Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624665
XXXIV 
FRANKR] 
Farbe zieht, so ist 
das Kind das natür- 
liche Product des B0- 
dens auf dem es steht, 
und alle Regungen 
seiner Seele spiegeln 
in der Landschaft sich 
Wider. 
I 879 ging Bastien- 
Lepage noch einen 
Schritt weiter. Es er- 
schien die Jeanne 
d'Arc, sein Meister- 
Werk hinsichtlich des 
geistigen Ausdrucks. 
Hier hat erverwirkr 
licht, was ihm auf 
der Akademie über 
die Behandlung hi- 
storischer Bilder vor- 
schwebte, und zu- 
gleich ein Problem gelöst, das ihn seit seiner Jugend nicht losliess: 
das Hereinragen des Mystischen, des Traumes in die NVirklichkeit. 
Die Verkündigung, der Frühling und das Frühlingslied waren nur 
Etappen auf dem YVege, dessen Ziel er in der Jeanne d'Arc er- 
reicht hat: auch historische Themen wohne Museumsreniiniscenzen, 
in der (Umizthmting des Landes, mit den Modellen, die man um 
sich hat, vorzufüliren, wie wenn sich das alte Drama gestern 
Abend ereignet lliittüe Die Localitiit des Bildes ist ein Garten 
von Damvillers genau nach der Natur gemalt, mit seinem grauen 
Erdreich, seinen kleinblättrigen Apfel- und Birnbiiumen, seinen 
Genlüsebeeten und Wildwuchernden Blumen. Johanna selbst ist ein 
verhiirmtes, frommes, triiuinerisclies Landmiidchen. jeden Sonntag 
ist sie in die Kirche gegangen, hat vor den ttlten Heiligenbildern 
sich in lange mystische Betrachtungen vergraben, hier hat sie reden 
gehört vom Unglück Frankreichs, und die bemalten Statuen der Piirr- 
liifCllC, die Schutzheiligen ihres Vaterlandes, verfolgen sie. Auch 
heute hat sie im Schatten der Apfelbäume Garn windend und ein 
Gebet murmelnd gesessen  da plötzlich hört sie himmlische
        

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