Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1627628
XLII. 
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Werktagskleid, die Poesie des Winters und den Reiz des Frühlings. 
Norwegen ist für sie nicht mehr das Land der wildzerklüfteten 
Romantik, der vom Maschinisten effektvoll beleuchteten Alpengipfel, 
auch nicht das Land der Phänomene, wo die Natur nur im Pathos 
spricht, sondern das Land der Helligkeit, des Sonnenscheins, des 
Schnees und des Schweigens. Die norwegischen Landschaften kenn- 
zeichnen sich durch ihre merkxxrürtlige, fast übertrieben scheinende 
Klarheit der Luft, die dünne, durchsichtige, lichtglänzende Atmo- 
sphäre, in der alle Farben wie im Festjubel glänzen. Das funkelt 
und blitzt in den grellsten Tönen, das Meer, die Hiiuser, die Schnee- 
felder, die buntgelaleideten Menschen, Alles ist Klarheit, Lichtauf- 
zucken, Lilftigkeit. Sie sind einfach, sehr einfach, man möchte sagen. 
dass die Maler eine jüngere Natur mit jungfriiulicheren Augen be- 
trachten. Jene Aeltern malten das Rauschen der Wasserfälle und 
die verheerende Macht der Elemente; die Natur dieser Neuern ist 
Ebenso still wie einsam. Auf den dänischen Landschaften erscheint 
sie dem Menschen nahe, ihm freundlich. Sie gibt gleichsam ihre 
Hoheit auf, indem" sie um die Wohnstiitten der Menschen sich 
schmiegt und nur noch ihren Verkehr vermittelt. In Norwegen 
liegt Alles wie ausgestorben, in geisterhafter Ruhe da: eine weite,
        

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