Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1627508
XLI. 
SCHWEDEN 
303 
nllcrfcinstcn war die 1891 in 
im Bcsitzc Edclf-clts befindet: 
München ausgestellte Skizze, 
cinc Frau mit einem Kindc, 
die sich 
die in's 
Meer hineinsclireiten. Das wirkte so hell und licht, so selbstver- 
stiixidlich und einfach, dass man ganz verguss, welch etninente 
Meisterschaft allein solche Wirkung erzeugt. Die gleiche kecke, 
keine Schwierigkeit lcennende Sicherheit nmcht seine Interieurs und 
Bildnisse zum Gegenstand der Bewunderung für jedes Malerauge. 
XVie in den Badescenen mit Cazin, steht er hier mit Besnztrd auf 
einer Linie. Auf seinem Bilde von x892 sah man-in das Innere eines 
Omnibus. Durch die Fenster fiel der Diininierchein eines grauen 
Pariser Nachmittags und führte mit dem Licht der eben angezündeteil 
Gaslaternen auf den Gesichtern der Herren und Damen einen sehr 
lustigen Kampf. Die Bclcuchtungsstudie mit einer eingeschlafenen 
Frau unter der Lampe übertraf an zarter Lichtwirkung fast die ähn- 
lichen Versuche des Franzosen. Eine BZIHSCGDC wirkte so fein und 
lebendig wie sonst nur Arbeiten des Amerikaners Stewart. Seine 
 den Eindruck, als seien sie auf Anhieb herunter- 
genitllt: von trellsicherer Charakteristik und schlichter coloristischer 
Noblesse, die in die allereinfachste Farbenscalzi doch eine Manig- 
laltigkeit spielender Töne bannt. Selbst seine Ratlirungen, obwohl 
summarisch und andeutend, haben in ihrer geistreichen Pikanterie 
nur in denen Legros ihres gleichen. Zorn ist der Geschickteste 
der Geschickten, ein Prestigiatetir, dessen Hand wie in logischen 
Reflexbewegungen jedem Blitzen seines {abelhaft orgaiiisirteii Auges 
folgt, ein Mann, der Alles kann, was er will, den das Experiment 
als solches freut und der nicht aufhört, in jeder neuen Arbeit neue 
Schwierigkeiten spielend zu besiegen. Er ist Franzose an bravour- 
hafter, kecker Mache und in dieser grossstiitltischen Eleganz für die 
heutige schwedische Kunst ebenso typisch, als es johansen in seiner 
schlicht kleinstiidtischen Intimität für die dänische ist.
        

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