Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1627075
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DÄNEMARK 
zehn jahren war die Pleinair-Malerei Alpha und Omega der jungen 
dänischen Maler, und schon jetzt hat sie unter den jüngsten ihr 
Ansehen verloren. Diese meinen, die Kunst habe grössere Aufgaben 
als diejenige, der Natur sich möglichst zu nähern, und sie streben, 
auch andere Stoffe als die der Naturalisten in ihren Darstellungskreis 
zu ziehen. Nachdem schon Niels Skovgaard und der Veteran Loren; 
Fröliclz, einer der genialsten Illustratoren der Neuzeit, dessen Kinder- 
bücher in der ganzen Welt gekannt sind, in Zeichnungen die alten 
dänischen Volkslieder illustrirt, versuchte Frau Agiles Slull-Möllez" zum 
ersten Mal deren malerische Behandlung und hat in ihren Bildern 
ein sehr modernes Verständniss der alten Legenden gezeigt. Ihr 
Mann, Harald Sinn-Müller, ein hervorragendes coloristisches Talent, 
dessen Bild vom wWIIITCZiIUITICI des AfZtCSe und xPOYITÄt meiner 
Iirautt ihm früh einen Platz unter den vielversprechenden der jüngsten 
Generation sicherten, hat sich später mit der decorativen Malerei 
versucht, ohne jedoch darin etwas so gelungenes wie die zwei ge- 
nannten Arbeiten zu leisten. "Doch der eigenthümlichste unter den 
freien Ausstellern ist f. F. Willumsm, der eine bahnbrechende Be- 
deutung für die dänische Kunst zu gewinnen scheint. Auch er, 
noch kaum 30 jahrealt, begann als naturalistischer Maler und bildete 
sich Anfangs nach Viggo johansen. Eine Reise nach Paris, _wo er 
jetzt seine Wohnung hat, gab ihm neue Impulse. Er nahm von 
den neuesten französischen Künstlern viele mystische Formeln auf, 
die jedoch nicht vermochten, seine eigenartige, starke Persönlichkeit 
zu tödten. Willumsen befindet sich noch im Stadium der Experi- 
mente, versucht alle Mittel, malt und schnitzt in Holz, radirt und 
brennt Thon. Durch alles, was er macht, geht die Bestrebung, 
einfach zu sein und eine Kunst zu scharfen, die, im Gegensatz zum 
Naturalismus, rein suggestiv wirke. 
Ein weiteres eigenthümliches Naturell ist der in den Tonwerthen 
so feine V.Hauu1zersl10ji, der Alles in ein Weiches Graubraun einhüllt 
und um seine Figuren eine mysteriöse, durchsichtige Dämmerung 
breitet. Er ist ein Farbenneurastheniker etwa wie Whistler. Auf 
einem seiner Bilder sass eine Matrone still vor einer silbergrauen 
Wand; auf einem andern stand ein weissgedeckter, grosser, runder 
Tisch  ohne jede Stilllebenztigabe  in einem silbergrauen Zimmer. 
Auch sehr seelenvolle traumerisclie und ernste Porträts hat er gemalt; 
hochbedeutend war seine mysteriöse Darstellung xHiOba. Unter den 
andern Theilnehmern der freien Ausstellung ist noch jolzan Rolzde
        

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