Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1627064
DÄNEMARK 
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sclmftcrs Peter Christian und beide geborene Künstler. Sie begannen 
als Landschaftsmaler, von ihrem Vater beeinflusst, und malten Bilder, 
in denen die naturalistischen Traditionen der alten dänischen Kunst 
fortlebten. 
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beide in 
Italien 
brachten 
und 
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ft schöne 
italienische Landschaften und reizende Bilder aus dem Yblkslcben 
heim. 
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Griechenland 
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malerische 
Studien 
nach 
antiken Architekturen machten, und sic 
fach die alte Kunst auf dcm classischcn 
haben überhaupt beide viel- 
Bodcn studirt. Nach ihrur 
Heimkehr fingen sie wieder an, naturalistischc Landschaften zu malen 
und malen noch heute solche, deren Motive sie besonders aus Halland 
südlichen 
Sclnvcden 
holen. 
Abcr 
ncbcnbci lcnkcn 
sie immer 
nach] 
in eine decorzttiv-stilisirende Richtung ein, die in der Geschichte der 
dänischen Malerei neu ist. Keramische Versuche, die sie zusammen 
mit mehreren anderen Künstlern, wie dem begabten Tlz. Binzißslliill, 
machten, erweckten ihren Sinn für den Reiz der einfachen Mittel, 
und namentlich der ältere der Brüder, joacliim Skovgaard, strebt seit- 
dem in seinen figürlichen Darstellungen öfter nach decorativen als 
nach naturalistischen Wirkungen. Mehrere seiner biblischen Compo- 
sitionen haben grosses Aufsehen erregt, z. B. sDCY Engel am See 
Bethesdak, ein Bild, auf dem die hervorstürinende Bewegung der 
Menschenmassen eine eigenthümlich packende iNirkung erzielte. 
Im vClIYiSIUS als Paradieswächtem zeigte er sich von der frühen 
italienischen Renaissance, etwa von Gozzoli beeinflusst, doch ohne 
dass von Nachahmting gesprochen werden könnte. Namentlich 
zeugte die Landschaft mit der grossartigen Paradiesmzitier von einer 
seltenen Erfindungskraft. Sowohl er als der jüngere Bruder haben 
viele Illustrationen gezeichnet, unter denen besonders Niels Skov- 
gaards stilvolle Zeichnungen zu alten dänischen Volksliedern her- 
vorragen. Beide Künstler sind typisch für die Giihrttng, die sich 
in der dänischen Kunst der letzten Jahre vollzieht und wofür die 
freie Ausstellung die freie Bühne geworden. Eine anti-naturalist- 
ische Bewegung ist allerwärts deutlich zu spüren und bekommt 
alljährlich mehr Anhänger. Sie greifen es verschieden an, aber 
haben alle dasselbe Ziel: sich eine grössere Anschauungsweise an- 
zueignen als die älteren naturalistischen dänischen Maler. Sie 
suchen die Mittel zu dieser Erneuerung überall: Skovgaartl ist von 
den Italienern beeinflusst, andere von den neuesten Franzosen, und 
selbst ein anscheinend so abgeschlossener Künstler wie Viggo Pedersen 
scheint darauf bedacht, mit seiner früheren Malweise zu brechen. Vor
        

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