Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1626921
CUCUCIU lllltuluäca 
Land ist allmählich 
geographisch immer 
kleiner, politisch ini- 
nier Linbedeutendei" 
geworden. Seit Chri- 
stian IV., das heisst 
seit dem gojährigen 
Kriege, befindet sich 
das Dänenrcich, das 
einst Schweden und 
die ganze Ostsee be- 
herrschte, in dauern- 
dem Niedergang. Es 
verliert 1658 die süd- 
schwedischen Provin- 
zen, 1814 Norwegen, 
1864 sein Piedestal, 
die Herzogthümer. 
Ein solches Volk wird 
ganz nothwendig dnst Taxen: Susmma. 
was ihm geblieben, 
seine Scholle und sein 
Heim, mit desto rührenderer Gemüthstiefe timfassen. Man findet daher 
in der dänischen Malerei keine grossen Gesichtspunkte, keine imponir- 
enden Stoffe. Wenn sich die Maler auf solchem Felde versuchen, ist 
Cs, als ob sie selbst missmuthig und erkaltend empfanden, dass sie von 
Andern borgen, und dass, was sie machen, nicht ihr eigen ist. Wo 
die dänische Malerei ganz echt, ganz Ausdruck der Volksseele, da ruht 
Siewie in stillem Brüten über einem gztnz einfachen, ganz alltäglichen, 
filSt dürftigen Motiv. Blattpflanzen und altvitterische Sammetmöbel, 
lauttickende Stutzuhren und Petroleumlampen, gemüthliche Unterhalt- 
ungen am Familientisch in der Stunde der Dämmerung, die Träumerei 
3111 Piano oder die halb spicssbtirgerlicheia, halb feierlichen musikal- 
ischen Soireen  das ist der Inhalt der dänischen Kunst. Ausserdem 
malt sie mit Liebe das Porträt ihres kleinen Vaterlandes, und das me- 
lancholisch Freundliche dieser sanften Landstriche lebt in diesen Land- 
schaften auf.
        

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