Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1626614
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DÄNEMARK 
Bild vom Fincldschen Cafehatis. Ernst Meyer, der eine Zeitlang bei Cor- 
nelius studirte, warf mit grossem Eifer sich auf die Schilderung 
des römischen und neapolitanisclten Strassenlebexis. Kilclzlcr, der 
später in Italien Mönch wurde, malte ausser römischen Strassen- 
scenen auch religiöse Bilder  Josef und seine Brüder u. dgl.  
düsseldorfisch in der Farbe, doch ohne Sentimentalität. Consmntivz 
Hausen suchte in seinen mythologischen Fresken in der Vorhalle 
der Kopenhagener Universität, wo Hillrer die ornainentalen Deco- 
rationen malte, nach dem Vorgange der Bildhauer die Götterwelt 
des Nordens in den Kreis der dänischen Malerei zu ziehen und ist 
sonst in der Kopenhagener Galerie mit Scenen aus Neapel und 
Ansichten römischer Ruinen vertreten. Die Bilder des um mehrere 
Jahre älteren j. A. Kraft und des Landschaftsmalers Pezhold gehen 
etwa mit den kleinen italienischen Bildern unseres Bürkel parallel. 
Niels Simonsen, der Schlachtenmaler, machte eine Reise nach Afrika 
und kam mit Wüstenbildern zurück. Auch Rörbye ging dazu über, 
die Nachfrage nach Orientbildern zu decken. 
Andersen hat in seinem Roman wNUY ein Geigen hübsch das 
damalige Leben der dänischen Künstler in Rom geschildert, ihr 
arbeitsames Studium und ihre lustigen Kneipen, wenn im Cafe Greco 
das wPontemollee gefeiert ward. sAn den WVänden hingen Kränze, 
und in der Mitte bildete ein GeHecht von Eichenblattern ein O und 
bezeichnete 
N a m en 
Overbecl; 
und 
Txhorwaldsenl 
Auf den BÄlDkCD 52158611 um die Tische herum junge und alte 
Künstler, die meisten von ihnen Deutsche, von welchen sich das 
Kneipenleben schreibt. Alle hatten Schnurn, Kinn- und Backenbiirte, 
einzelne trugen lange Locken. Einige sassen in Henidärlneln du, 
andere in Blousen. Hier sah man den alten berühmten Rcinhart 
in Lederwannns mit rother Mütze auf dem Kopf. Sein Hund war 
an das Stuhlbein festgebunden und liliiilte lustig mit einem andern 
Hunde dicht daneben. Da sass der Tyroler Koch, der alte Künstler 
mit dem jovialen Gesicht. Da sass Overbeck mit blossem Halse 
und langen Locken über weissem Hemdkragen, ganz wie Rafael ge- 
kleidete. Und Emil Hannover weist in seinem feinsinnigen Buch 
über Köbke mit Recht darauf hin, von welcher Bedeutung Italien 
und der Verkehr mit den Nazarenern für die damaligen dänischen 
Künstler War. Sie lernten monunientille Aufgaben, wie sie in den 
goerjahren in Diineinarlc gestellt wurden, mit Geschick lösen, bekamen 
Verstiindniss für Formenschöiilieit und abgerundete Compositioii. Aber
        

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