Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1626510
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DÄNEMARK 
Abildgzutrtls niit ihren gedunsenen Muskeln und allgemeinen Gesichtern 
setzt Eckersherg steife Gestalten, die keinen Linieniitiss kennen und 
deren ernste Gesichter nichts vom Schönheitsideal des Cinqtlecento 
haben. Die Antike liegt nur im Titel, die Basis seiner Kunst war 
die hzutrscharfe läeolxtchtting des Modells. Selbst wenn er Menschen 
zu lebenden Bildern zusamnienstellte, die eine von alten Schrift- 
stellern berichtete Geschichte illustrirteir, war das unmittelbare Natur- 
smdiuin das Heilmittel, das er dem Manierisnitls der Zeit gegen- 
übersetzte. Und diese gesunde gründliche, wenn auch technisch 
reizlose Naturbeobtichtting ist für seine frühen Landschaften noch 
mehr bezeichnend. Schon in Rom hat der stille Jütläntler eine Reihe 
kleiner Bilder gemalt, die sowohl von den classicistischen Veduten 
wie den trockenen Architekturstücken seiner Zeitgenossen sich scharf 
unterscheiden. Denn nicht die Schönheit der Architektur als solcher 
rciztc 
Hinterhof 
einer 
römischen 
modernen 
Hütte 
ihm 
ebenso lieb wie eine classische Ruine. eine Frühlingsxxriese init spros- 
senden Blumen gleich lieb wie die Colonnaden des St. Peter. Auch 
hier spielte das Licht, auch hier war liarlve. Seine Bilder verdankten 
 was viel sagen will in jener Zeit  weniger einem antiquarischen 
als einem malerischen Interesse ihr Dasein. 
Und als Eckerslwerg später in die Heimath zurückgekehrt war. 
blieb er derselbe, sowtohl in seiner iittsserlichen Vielseitigkeit wie im 
Grundprincip seiner Kunst. lis wurden biblische Bilder und Altar- 
gemiiltie bei ihm bestellt, und er hat den wDurchgang der lsraeliten 
durch's rothe Nieera sehr verstiindig gemalt, in seiner Matdomm als 
Himmelskönigiii Rahtel recht prosaisch umschrieben. Der Hol. gab 
ihm den Auftrag, den 'l'hronsaal des Christiansbtirger Schlosses mit 
Darstellungen aus der dänischen Geschichte zu illustriren und er hat 
sich dieser Aufgabe ehrlich und pHichtgetreti entledigt. Die ganze 
NVelt verlangte Porträts. und er stellte jeden. indem er ihn recht 
iihnlich machte, zufrieden. Daneben aber geht ein wichtiger Strom 
von Bildern her, die nicht bestellt wiaren, also klarer zeigen. was er 
selbst erstrebte: Scenen aus dem Alltagsleben, Landschaften und See- 
bilder. Er ist der erste, der in jener nur für Götter und Heroen 
schwiirmenden Zeit den Satz durchführte. dass Alles gemalt werden 
könne, Geschichte und Wirklichkeit, Heiliges und Profanes. Sein 
ganzes Leben lang begeisterte er sich für Licht und Luft, für Land und 
See. Die seit Joseph Vernet vernachlässigte Marinemalerei ward durch 
ihn von Neuem in die Kunst eingeführt. Was ihn auszeichnete, war
        

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