Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1626348
XXXIX. 
HOLLAND 
Neulauj 
Ländliches 
Interim 
er dazwischen nachdenklich mit grossen hastigen Schritten, vorn- 
übergeneigt, die Hände auf dem Rücken, im Atelier herum. 
Ein Theil dieses Ateliers ist durch eine grosse spanische Wand 
vom übrigen abgesondert, und hinter dieser spanischen Wand sieht 
man ein ergreifendes Bild. Man steht plötzlich im Zimmer einer 
holländischen Fischer-Ftimilie. Durch ein Fenster mit kleinen trüben 
Scheiben füllt ein graues, noch durch einen Musselinxrorhang ge- 
dämpftes triiuinerisches Licht, das den ganzen läaum mit mysteriösen 
atmosphärischen HllflnOlliöll durchtönt. Darin steht ein einfacher 
Tisch aus braunem Holz, ein paar Strohstühle, ein Bett, eine Wiege 
und einer jener Rollstühle, in denen kleine Kinder ihre ersten tap- 
pelnden Schritte thun. Alles zerfiiesst in diimmerigen Schatten, alles 
NVeiss geht über in Grau und Schwarz. Intime Ruhe und lyrische 
Melancholie liegt über dem Ganzen. Hier kann man Luft malen, 
so wie Israels sie malt. Hier nehmen die Diimmerungserscheintmgen 
Körper an und die nebligen Formen verdichten sich. Hier entstehen 
jene einfachen Scenen aus dem Tagesleben der Armen. Hier sitzen 
jene alten Frauen mit den gefalteten schwieligen Händen, den guten
        

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