Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1626248
XXXIX. 
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romantische hlelodramen  a 3 
oder Bauernstüclte aus der i"       
ltomischen Oper, kalte, leb-      
lose, conventionelle Maler-    i!  
eien, wie sie damals ganz      
liuroiwa producirte.     
Die nächste Generation 52- f   
suchte mit grosser Mühe   ll  
sich ein wenig emporzti-     
rallen. wozu namentlich die  
Berührung mit den Belgiern 10W Anteil" 
anregte. Doch auch diese 
guten Absichten und ehrenwerthen Bestrebungen waren nur von 
geringem Erfolg gekrönt. Einige Landschaften und intime Scenen 
aus dem Leben lassen erkennen. dass der Geist, der in den 
(lrossen des 17. Jahrhunderts lebte, noch immer nicht ganz er- 
storben. aber recht altersschvvach geworden war. Koekkoek und 
van Scheudel malten ihre sehr vernünftigen kleinlich correcten 
Landschaften. David Bles dachte an "Feniers und mischte in dessen 
Technik etwas vom Genrehumor Wilkies. Ein dankbares Audi- 
torium. die Plansfreuntle und dergleichen sind bezeichnende Titel 
seiner Bilder. War Bles der Madou Hollands, so versuchte Herman 
ten Kate der holländische Meissonier zu sein. Er gehörte zu denen, 
die sich eine Malerei ohne dlieatercostfnne, ohne breitkriinipige 
gratie liilzhüte, grosse Koller oder elegante Schauben des 17. jahr- 
hunderts nicht vorstellen konnten. Der Historienmaler Pienemann 
malte im Sinne von Gros, und einige seiner Porträts sind nicht 
verdienstlos. Der jung Verstorbene Nuiien, Weissenbruch und 
einige Andre begeisterten sich in bescheidener Weise für Color- 
ismus. Mit grösserem Erfolg der Architekturmxller Johannes Bos- 
boom, der unter Führung Rembrandts und Pieter de Hooghs das 
Weben der Sonnenstrahlen im Innern malerischer Kirchen, die 
warmen Lichteflieltte in Weiten Hallen und schummerigeii NVinkeln 
sehr {ein in Oel und Aquarell gemalt hat. Gewöhnlich strömt von 
einem grossen Fenster des Hintergrundes das Licht in gebrochenen 
gelben Tönen über das Mauerwerk und lagert sich breit auf den 
Wandungen der Gewvölbe; die dunkle Masse des grossen Renaissance- 
lettners tritt vornscharf hervor, und im Grunde des Schiffes bewegen 
Muther, Moderne Malerei III.
        

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