Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1625700
XXXVII. 
ENGLAND 
123 
W alker  
Badende Knaben. 
Tag und Nacht, zwischen Alter und Jugend, Kraft und Verfall. Doch 
bei Walker kein Gegensatz. Denn wie in der Abenddiininaerung sich 
das Licht mit dem Schatten vermählt, so ist auch das junge kräftige 
Weib, das am Arme der Greisin im mysteriösen Schweigen des 
Abends dahin schreitet, in diesem Moment nicht von dem Gefühl 
ihrer Jugend, sondern dem melancholischen Gedanken des wWarte 
nur baldea erfüllt. Ihre Augen blicken sonderbar, wie geistesabwesend 
in's Leere. Und auf der andern Seite des Bildes ist dieses Thema 
von der Vergänglichkeit des Menschen noch weiter ausgeführt. Da 
sitzt auf einer Bank, inmitten des grünen, mit Gänseblümchen 
übersäten Angers beschaulich eine Gruppe alter Männer neben einer 
duftenden, in Blüthenschmtick prangenden iVeissdornhecke. Ueber 
der Bank steht, einen scharfen Schatten auf den goldenen Sand 
werfend, eine alte Statue, wie um hinzuweisen auf den Contrast 
zwischen dem tinvergänglichen Stein und dem gebrechlichen Ge- 
schlecht des Menschen, das gleich den Blättern im Herbste dahin- 
welkt. Ganz vorn aber müht ein Arbeiter das zarte Frühlingsgms 
mit der Sense ab, eine unheimliche, Wilde, rauhe Gestalt, ein Schnitter, 
dessen Name Tod ist. 
Es dauerte nicht lange, so war der Abend auch für den Maler 
angebrochen und der grosse Schnitter Tod fällte ihn. 
Nervös und reizbar, gehörte Walker zu den Naturen, die schwer 
sich in der rauhen Wirklichkeit zurechtfinden. Das Kleine, das er 
so schön zu malen wusste und das in seiner Kunst eine so wichtige 
Stelle einnimmt, hatte auch auf sein Leben mehr Einfluss als gut 
War. Während Mason alle Ulläll]HChHIllChkCiICD mit SIOiSChem Gleich-
        

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