Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1625602
XXXVII. 
ENGLAND 
113 
Riviäre; 
Brilün 
Urweltswaurlerer 
Zwei jung verstorbene Meister von besonders fesselnder Eigenart, 
George Mason und Frederick Walker, stehen an der Spitze dieser 
neuesten Phase der englischen Malerei. Vereint in dem Missgeschick 
eines vorzeitigen Todes, sind sie auch verknüpft durch ein Band von 
Sympathie in ihrem Geschmackund Empfinden. Wenn es wahr ist, 
was Theo Gautier einmal in einem schönen Gedichte sagt: wTout 
passe, l'art robuste seul a Yeternitea, so werden Beide nicht in das 
Reich der Unsterblichkeit eingehen. Man könnte von ihnen wieder- 
holen, was Heine von Leopold Robert sagte: sie haben den Bauer 
geläutert im Fegefeuer ihrer Kunst, so dass nur ein verklärter Leib 
übrig blieb. Wie die Praerafaeliten der Welt des Traumes eine 
iiusserste Priicision geben wollten, so haben Walker und Mason der 
Welt der Wirklichkeit diese Präcision genommen, sie ausgestattet mit 
einer raflinirten Subtilität, die ihr in Wahrheit nicht eigen. Ihre 
Bilder strahlen nur den Duft, die Essenz der Dinge aus, haben der 
Natur ihre Kraft, ihr Mark, der Malerei ihre eigenen Qualitäten ent- 
zogen, sie in eine farbige Träumerei, einen gefärbten Hauch ver- 
wandelt. Man kann ihnen ein Uebermass nervöser Sensibilität vor- 
werfen, ein Streben nach Stil, das die moderne Wahrheit umbildet, 
eine krankhafte Tendenz zur mystischen Milde. Ihre Werke bleiben 
trotzdem die originellsten Erzeugnisse der englischen Malerei seit 
Muther, Moderne Malerei m. 3
        

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