Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1625589
XXXVII. 
ENGLAND 
Briten 
Riviäre  
Persepolix. 
Und dieses Aetherische, Delikate, diese unschuldige Grazie und 
Zartheit ist nicht solchen Kinderdarstellungen allein, sondern der eng- 
lischen Malerei überhaupt eigen. Selbst wo es um ganz gewöhnliche 
Stoffe aus dem modernen Leben sich handelt, ist die Basis dieser 
Kunst, wie in der ersten Hälfte des jahrhunderts, noch immer nicht 
der rein malerische Sinn, nicht jener naturalistische  der 
die modernen Franzosen beseelt, sondern eher eine moralische oder 
ethische. Selten malt ein Maler wirklich aus der Freude am Malen, 
und die vielerlei technischen Fragen, die in Frankreich eine so grosse 
ROHC spielen, sind hier nur von nebensachlicher Bedeutung. Dem 
Charakter und Geschmack des Volkes entsprechend, hat man noch 
heute mehr poetische als eigentlich malerische Absichten. Die Con- 
Celltlon ist bald allegorisch und subtil bis zur iiussersten Feinheit, 
bflld von Sentimentalität angekriinlcelt, nie rein naturalistisch, und 
dieser niassvolle Realismus, nicht ohne poetische Gangart um ladylike 
zu bleiben, hat namentlich in jenen Jahren, als BastienxLepage und 
ROll im Zenith standen, die englische Kunst in scharfen Gegensatz 
zur französischen gestellt. Im Pariser Salon herrschte damals fast 
ausschliesslich das lebensgrosse Arbeiterbild, die Prosa des Lebens, 
gäinlälilinpf um's Dasein, in der RoyaluAcatlemy warAlles ruhig, 
w, ich; aus diesen Bildern an den Wanden sprach eine so innige, 
harmlose, gemüthvolle Heiterkeit, als wisse keiner dieser Maler, dass
        

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