Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621771
Hauptapostel als 
Die 
Vertreter 
des Kollegiums. 
sie zu Seiten Christi des lehrenden und gesetzgebenden dargestellt. 
Die Scene, welche meist in die Mitte der Reliefreihe gerückt ist, 
wird zuerst ganz einfach ausgedrückt: Christus zwischen zwei 
Aposteln, welche als Petrus und Paulus charakterisiert, die un- 
bestimmten früheren Figuren verdrängen: so zeigt sich ein Über- 
gang in das Bestimmtere auf dem ital. Sarkoph. t. 315, I. Hier 
ist diese Scene aber noch gar nicht scharf abgegrenzt. Ferner 
neben Wunderscenen (315, 2) und auch noch so in späterer Zeit 
(315, 5). Allmählich tritt der Gedanke der Gesetzesübergabe, des 
Lehramtes in den Vordergrund. T. 348, I (rönm) stellt dies schon 
dar und je später desto bestimmter reden die Bildwerke. Deutlich 
erkennbar sind die beiden Hauptapostel auf den meisten Dar- 
Stellungen des um den Herrn versammelten Apostelkollegiums; sie 
sitzen oder stehen an dessen Spitze, auf den lehrenden Meister 
hörend. Aber noch häufiger ist die bestimmtere und lebhaftere 
Handlung: der erhöht stehende Christus übergiebt einem der beiden 
Apostel eine Rolle, gewöhnlich dem zu seiner Linken stehenden 
kreuztragenden Petrus. So abgekürzt kommt die Scene auch am 
häufigsten vor. Wie sie als selbständig empfunden wurde, zeigt 
t. 332, I, wo die Mittelscene aus der Apostelschar heraustritt. Die 
Varianten sind nicht bedeutend. Nur ist zu bemerken, dafs die 
Apostel, welche bisweilen noch bei dieser Abkürzung vorkommen, 
je einer hinter Petrus und Paulus, nur Begleitfiguren sind ohne 
menten vorsichtig sein, da. sie offenbar in vielen Fällen nicht genau reproduziert 
sind. Ebenso ist eine Zurückhaltung bei der oft wirklich vorhandenen Überein- 
stimmung der Figuren, besonders der Köpfe geboten. Vorwiegend bei den späteren 
Monumenten ist es ersichtlich, wie schablonenhaft, mit wie wenig Typen von den 
christlichen Kunsthandwerkern gearbeitet wurde. Stellung, Bewegung, Gesichts- 
ausdruck, Bildung des Kopfes kehren in identischer Weise für dieselben Personen 
in verschiedenen Scenen, aber auch dieselben Typen für verschiedene Personen wieder. 
Man vgl. z. B. an dem römischen Sarkophage t. 364, 2, welcher noch gar nicht so 
weit in der Zeit herabzusetzen ist, wie nicht nur dieselbe Darstellung jesu bis in 
die Einzelheiten bei allen Scenen wiederkehrt, man beachte, wie der Typus eines 
älteren Mannes, kahlköpfig, ins Profil gestellt, verwendet wird für Petrus, für den 
jünger bei der Speisung, für die Hintergrundstigur bei Daniel, für einen der Ältesten 
bei Susanna und schließlich für die F igur, welche Abraham bei der Opferung in 
den Arm fällt; derselbe Kopf wird, nur nach der andern Seite gewandt, noch sechs- 
mal wiederholt.
        

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