Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621759
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Entwicklung zu bestimmten 
TYPEn. 
gelegt. Vergleicht man aus bester Zeit die Grabdenkmäler t. 312, 2; 
317, I; 317, 2, Christus in der Mitte lehrend, im ersten zu seiner 
Seite die jünger, welche die Speiseelemente bringen, auf den beiden 
andern mit dem Halme, zur Seite Petrus, und aufser anderen 
Beispielen besonders t. 402, 2, so findet man, wie dahinter der 
historische Vorgang zurücktritt. Es hebt sich die Mittelscene und 
in dieser wieder der lebendig heraustretende göttliche Lehrer vor 
allem andern hervor. Künstlerisch wird die ehrfurchtgebietende 
Einzelstellung Christi durch die Gliederung der Sarkophagwand 
begünstigt, indem durch die Säulen oder die abschließenden vege- 
tabilischen Ornamente die einzelne Gruppe, oder wenn die Bild- 
reihe durch häufigere Vertikallinien geteilt ist, die Einzelfigur fest 
abgegrenzt wird. Im letzteren Falle war für eine ganze Scene 
kein Platz mehr. 
In der Hauptsache finden sich hierbei die unbestimmten Apostel- 
typen in früherer Zeit. Allmählich treten bestimmt charakterisierte 
Apostel an ihre Stelle. Die Entwicklung kann man noch verfolgen, 
vorwiegend an- jener Gattung der Sarkophage, welche in der späteren 
Zeit so gut wie ganz aufhört. Es sind jene gemeint, die nur für 
die Mitte und für beide Enden bildnerischer Behandlung Raum geben; 
die Zwischenräume sind wellenförmig geriefelt. Gewöhnlich nimmt 
das beigesetzte Ehepaar die Mitte ein, dargestellt, wie der Gatte 
vom Gatten Abschied nimmt, bisweilen nur in Büstenform; oft ist 
auch die defuncta als Orantin gebildet. Diese Sarkophaggattung 
war in der klassisch-heidnischen Kunst durchaus gebräuchlich. Ein 
Beispiel giebt der italien. Sarkophag t. 363, 3: auf der einen Seite 
schliefst das Denkmal mit der Gestalt der Musik, auf der andern 
mit einer Philosophenfigur. Diese und ähnliche Gestalten ersetzten 
die christlichen Künstler durch Scenen oder durch Einzelflguren 
aus der heiligen Geschichte, anfangs, wie oben erwähnt, sind es 
Apostel, die ohne bestimmte Charakterisierung gelassen werden. 
An deren Stelle traten später, aber immer noch in früher Zeit  
höchstens bis in die ersten Jahre des V. Jahrhunderts darf man 
hierbei gehen  die bestimmten Gestalten der beiden Haupt- 
apostel, wie sie sich auf dem italienischen Monumente t. 363, I 
wiedererkennen lassen und wie sie sich öfter als in Italien in Süd- 
frankreich finden (t. 368, 3; 374, 3; 375, 4). Formal wie dem
        

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