Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621720
Individualisierung. 
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legen auf späteren Sarkophagen die Gesten von dem grofsen Rück- 
gange der Kunst Zeugnis ab. Die gleiche Geste, der rechte Arm 
nach der Mitte zu erhoben, die Linke hält das Buch, wird von 
allen wiederholt. Immerhin ausdrucksvoller sind die Scenen bei 
einigen etwas früheren Werken; namentlich in Arles zeigt sich das 
Streben nach gröfserer Lebendigkeit und Abwechslung; 'wenn es 
auch gegenüber dem schematischen Komponieren den Kürzeren 
ziehen mufs, so hat es doch mitunter Figuren und Positionen ge- 
schaffen, welche direkt dem Leben entnommen sind (t. 342, 2). 
In Rom zeigt zwar der frühe Sarkophag t. 304, 4 auf der einen 
Seite den Künstler mit Erfolg bemüht, eine Verschiedenartigkeit 
der Bewegungen zu geben, aber wie schon die andere Hälfte hier 
beweist, so zeigen es auch fast alle anderen Darstellungen in der 
ewigen Stadt, wie die Kunst erlahmt und psychologische Stimmungen 
mit ihren feineren Abstufungen nicht mehr imstande war auszu- 
drückenf). Gerade bei diesem Vorwürfe tritt das besonders hervor, 
weil vom Künstler zu verlangen ist, dafs er der Menge von gleich 
beteiligten und gleich handelnden Personen durch eine gewisse Ab- 
wechslung und durch gesteigerte Bewegungen Leben einhauche. 
In der Hauptsache ist dies nicht gelungen, so Wenig wie  mit 
verschwindenden Ausnahmen  die Auflösung der Masse in ein- 
zelne in sich geschlossene und doch zur Haupthandlung durchaus 
in Beziehung stehende Gruppen. Man legte eben nur Gewicht auf 
das Vorhandensein des Plenums der Apostel. 
Nur über das Attribut, soweit es sich etwa in den Monumenten 
Endet, sei noch ein Wort gesagt. Die älteste römische Darstellung, 
welche Christus nicht als Lehrer, sondern als guten Hirten unter 
seine Apostel stellt, weist bei fünf jüngern eine Rolle auf. Die 
andern Bildwerke, in denen der Herr den Aposteln das Gesetz 
giebt in Gestalt der aufgerollten Schriftrolle oder indem er aus 
dem aufgeschlagenen Buche sie lehrt, Scenen, die nicht mehr in 
das vierte Jahrhundert hinaufreichen, zeigen im allgemeinen, wie 
es nach und nach Sitte wird, die Apostel mit einem Attribute zu 
versehen. Am Anfange wechselt die Rolle ab mit dem oft nicht 
Namentlich t. 3 50, 
3511
        

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