Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621702
Zeugen des Todesüberwinders. 
Die 
77 
überwunden 
verkennbar. 
haben. 
Auch 
hier 
ist 
apokalyptischer 
Einflufs 
War schon in vielen dieser Bildwerke das Kreuz im Mittel- 
punkte, so tritt eine derartige Hervorhebung noch deutlicher dort 
hervor, wo die Person Christi gar nicht selber dargestellt, sondern 
er  sein Tod, Begräbnis, Auferstehung  nur symbolisch an- 
gedeutet ist. Zweimal auf span. Sarkophagen sehen wir zwei jünger 
an dem Grabgebäude stehen, welches durch das Monogramm als 
das Christi bezeichnet-ist; sie betrachten es oder weisen daraut 
hin. Offenbar ist auch das Grab Christi gemeint, wenn zwei Wächter 
dargestellt sind, welche unter den Kreuzesarmen stehen oder sitzen 
und schlafen. Über dem Kreuzesbalken erhebt sich ein Kranz mit 
dem Monogramme Christi. Es ist das Grab Christi, welches aber 
den Herrn des Lebens und des Todes nicht halten kann. Dafür 
spricht besonders die römische Darstellung (350, 4), auf der das 
Grabgebäude im Hintergrunde markiert ist; vorn knieen zwei 
Frauen zu Füfsen Christi. Fünfmal nun finden sich zu Seiten 
dieser Mittelscene, und zwar in Rom, Palermo, Arles und Manos- 
ques die Apostel, das eine Mal mit einem Sterne an dem Haupte 
eines jeden und wahrscheinlich auch Kränzen (diese sind nicht mehr 
erkenntlich), das andere Mal finden sich in der Mitte der Dar- 
stellung noch Sonne und Mond, während die Sterne auf der dritten 
reichlicher wiederkehren und auf jeden Apostels Haupt eine vom 
Himmel kommende Hand einen Kranz aufdrückt, eine Darstellung, 
die auch bei Christus (Marseille, tav. 332, I) "und bei den defuncti 
wiederkehrt (304, I). 
Man sieht, wie verschiedene Gedanken hier ineinander ein- 
greifen: Jesus, der Todesüberwinder, wird im Worte und Zeichen 
des Kreuzes von seinen Aposteln verkündet, welche überwunden 
und die Krone empfangen haben. 
Auch aus den Bildwerken läfst sich die Betonung der Zwölf- 
zahl bei dem Apostelkollegium ersehen, man merkt bisweilen die 
ausgesprochene Absicht ganz besonders (t. 332, I). Die wenigen 
Ausnahmen hat Platzmangel verursacht (einmal Io: t. 326, I; 
8: 339, I; 7: 338, 4). Andere Beispiele bilden den Übergang zu 
einer andern Darstellung, welche im Grunde eine Abbreviierung 
des Apostelkollegiums ist: Christus zwischen Petrus und Paulus;
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.