Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621665
des Typus. 
Bärtigkeit 
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wo einem jeden Apostel ein unbärtiger Begleiter beigegeben ist, 
wie auch öfters bei Paulus und Petrus I). Im allgemeinen haben 
die späteren Bildwerke vom Anfange des V. Jahrhunderts an über- 
wiegend für die begleitenden Figuren den bärtigen Typus, aber 
sind deren mehrere, so hat man, auch wenn Apostel betont sind, 
wie bei der Speisung, so bei der Wiedergabe des Apostelkollegiums 
Symmetrie gewahrt und einem bärtigen jünger einen unbärtigen 
zur Seite gestellt. Sehr oft stimmt der bärtige Kopf mit dem 
Petrustypus, und es ist nicht unwahrscheinlich, dafs einigemale der 
Jünger, Welcher wo ardya m51! äzromrölwv heilst, gemeint ist (330, 5; 
320, I); aber in der Hauptsache ist die Ahnlichkeit nur darin be- 
gründet, dafs Petrus eben regelmäfsig den Bart trägt. 
Wenn es erlaubt ist, das Dargelegte noch einmal zusammen- 
zufassen und zum Abschlufs zu bringen, so wäre zu sagen: die 
früheste Zeit giebt die Begleitüguren in freierer Weise (t. 307, I), 
öfters auch selbständiger (t. 310, I). Zur Regel werden sie durch 
die Selbständigmachung der Scenen namentlich auf den Säulen- 
sarkophagen, welche gewöhnlich bessere Technik und mehr künst- 
lerisches Verständnis zeigen; auf den andern ging der Zug dahin, 
namentlich in Rom, die Monumente zu füllen. So tauchen einer- 
seits mehr Hintergrundsüguren auf, aus übertriebenem Streben, den 
Raum bis auf den letzten Platz zu besetzen (man vergleiche Scenen 
wie Daniel in der Löwengrube, die wunderbare Speisung, wo zu- 
weilen fünf Figuren da sind), andrerseits drängt das symmetrische 
Streben doch dahin, die Dreiteilung möglichst zu wahren und die 
Apostelüguren in den Vordergrund zu stellen, so dafs Wirkliche 
Begleitüguren Jesu sichtbar sind, was zu Tage besonders tritt bei 
Vorgängen, an denen nur zwei Personen eigentlich beteiligt sind 
(Heilungsscenen, Petri Verleugnung). S0 kehrt der Begleitapostel 
immer wieder, manchmal deutlich blofs als Abschlufs benutzt, in 
manchen Varianten, zu Christus sprechend u. s. w., bald (V. jahrh.) 
aber typisch als Begleiter dem Herrn folgend, wenn Platz da war 
1) Man vergleiche aus derselben Schule (Gerona) zwei Monumente: auf dem 
einen sind alle Füllüguren unbärtig (380, 4), auf dem andern bärtig (374, 3) und 
doch liegen beide ihrer Entstehung nach einander nahe; bärtige und bartlose Figuren 
auf einem und demselben Sarkophage: 358. 3; 367, I; 334, 3 (röm., V. Iahrh.).
        

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