Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621640
Die Jünger als Füllfxguren. 
ohne Begleit- und Füllfiguren. Aber auch schon in dieser frühen 
Zeit spielen die andern künstlerischen Regeln herein: die nach der 
Dreizahl typisch komponierten Scenen werden offenbar bevorzugt: 
Speisung, Gefangennehmung. Andere, wie Adam und Eva und die 
daneben auftretenden Darstellungen der Wunder Christi werden 
jenen möglichst akkommodiert durch blos typische, anfangs immer 
bartlose Füllnguren des Hintergrundes (t. 313, I; 313, 2). Neben 
diesen bartlosen Typus tritt bald ein bärtiger (313, 4), aber auch 
er ohne grofse selbständige Bedeutung. Seitdem es immer mehr 
Sitte wird, möglichst viele Scenen auf einem Sarkophage zu ver- 
einigen, dienen diese Figuren in der Hauptsache dazu, diese Scenen 
zu trennen, indem sie sich zwischen die Gestalten Iesu einschieben. 
Man beobachte auf t. 313, 5, wie der bärtige Kopf verwertet ist, 
und man vergleiche auf dem römischen Sarkophage (313, 4), der 
noch eine bessere Technik zeigt, durchgängig die Durchführung 
dieses Grundsatzes. Dabei kann, wie oft zu sehen ist, der Rede- 
gestus der Füllngur nicht immer auf eine unmittelbare Beteiligung 
an der Handlung gedeutet werden. Er ist z. B. t. 313, 4 einigemal 
ganz schematisch wiederholt. Natürlich ist eine engere Beziehung 
nicht immer auszuschliefsen. Dabei stehen die Jünger oft im Vorder- 
grunde, gewiss bisweilen nur als Abschlufsflguren (334, 2; 364, 2; 
367, 2), namentlich auf den voll gedrängten Sarkophagen, aber 
(z. B. t. 310, 1) doch oft deutlich hervortretend als die Zeugen der 
Thaten jesu Christi, Zeugen im doppelten Sinne, als die, welche 
sie mit angesehen haben und nun der christlichen Gemeinde aller 
Zeiten verkünden I). Neben der Absicht, die einzelnen Scenen zu 
teilen, war gewiss auch das Wohlgefallen an der Abwechslung von 
bärtigen und unbärtigen Köpfen ausschlaggebend (315, 1), wie sich's 
bei der Darstellung der Speisung zeigt, wo Christus zwischen 
bärtige Apostel gestellt ist, oder bei den Scenen der Unterredung 
I) Die Jünger kommen so mehr oder weniger regelmäßig bei allen Wundern 
Christi vor, welche in dem altchristlichen Stoffkreise Aufnahme gefunden haben. 
Einzig stehen zwei Scenen da, die sich auf einem südfranzösischen Sarkophage 
fanden, leider nur in einer bizarren Zeichnung des vorigen Jahrhunderts erhalten 
(b. Le Blant, Etude, table XXX vgl. p. 48): Christus im Garten von Gethsemane, 
die Jünger schlafenä, und: Christus nach der Auferstehung zwischen jüngern, zu- 
sammen mit der Himmelfahrt.
        

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