Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621624
Prinzipien 
der Sarkophagplastik. 
69 
von selbst ergiebtl), so wird doch der Künstler viel eher dazu 
gezwungen, wenn jede einzelne Scene eine selbständige Bedeutung 
gewinnt. Dies ist der Fall bei der architektonischen Gliederung 
der Sarkophagbildwand, wodurch jede Scene in Säulen eingeschlossen 
wirdz). Eine Variante hierfür ist die Teilung durch vegetabilische 
Glieder, Bäume und Laubwerk, wie sie namentlich in Südfrankreich 
auftritt. Diese Art ist die in früher Zeit gebräuchliche, übrigens 
lang beibehaltene, während eine Abschwächung der Ersatz ist, wie 
er namentlich in Oberitalien versucht wird, die architektonischen 
Glieder mehr zurücktreten und von diesem Hintergründe die Figuren 
hervortreten zu lassen, wobei aber, wie gewöhnlich schon die ein- 
heitliche Durchführung nicht gewahrt ist, die Gliederung gar nicht 
mehr Einflufs ausübt3). 
Der Sarkophag des junius Bassus ist für die klassische Art 
und Weise typisch. Gesamtkomposition wie Einzelgruppierung ist 
vortrefflich. Das Princip der Dreiteilung ist durchgängig gewahrt, 
jede Scene ist harmonisch komponiert, tritt selbständig auf, die 
Hauptperson macht sich scharf geltend. Aber bei aller Be- 
schränkung auf das Wesentliche sind vorwiegend bei dieser Kom- 
positionsweise Begleitfiguren, Füllfiguren zur Ausfüllung des leeren 
Raumes wie zur harmonischen Abrundung unentbehrlich. Sie lassen 
die Hauptfigur erst lebhaft hervortreten und lassen, wie nicht selten 
zu beobachten ist, die Handlung ausklingen. Verschiedene Scenen, 
vor allem die Darstellungen von Gefangennehmungen sind augen- 
scheinlich durch dieses Princip endgültig festgestellt: die Haupt- 
I) Man vgl. dazu den übrigens auch in seiner Gesamtkomposition trefflich 
angelegten Sarkophag 377, I. 
2) Nach dem Muster des Sarkophags von Junius Bassus ist diese Klasse öfters 
vertreten, aber selbstverständlich ist hier das Geschick des Künstlers mit mafs- 
gebend; wenn er z. B. die Sarkophagwand, wie 320, I (röm.) in sieben Teile teilte, 
statt wie 322, 2 in fünf, so war er gezwungen, sich zu beschränken. Diese Dar- 
stellungen hier sind daher einfacher, gewöhnlich ist nur eine Begleittigur zugefügt; 
andere Scenen werden danach modifiziert (330, 5; 397, 79 (rönn); 319, 7 (itaL); 
317, Z; 379, I; 385, 6 (südfranm); 34x, 3 (Spam) u. s.  Die Fünfteilung 
findet sich mit ihrer mafsvollen Beschränkung der Scenen: 319, 1 (Osimo); 400, 5; 
379, z; 353, 1 (südfrarm); alle frühe; 403, 4 mit wachsendem Personenappawtß. 
3) Vgl. den Veroneser Sarkophag bester Zeit: 333, l (dazu: 328, 329, 1 u. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.