Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621568
Lehrdarstellungen. 
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in F ünfkirchen (Ungarn) verkörpert, deren bildnerischer Schmuck 
in die Mitte des vierten Jahrhunderts weist1). Hier sind an der 
Rückwand zwei Apostelfiguren dargestellt, in weifse Tunika und 
gelbes Palliurn gekleidet, in der Linken eine Rolle, mit der Rechten 
auf das zwischen ihnen befindliche Monogramm weisend, wahr- 
scheinlich Petrus und Paulusß). Die in Garruccis Sammelwerke 
vorliegenden Beispiele dürften der Mehrzahl nach nicht vor Ende 
des vierten, ja Anfang des fünften Jahrhunderts anzusetzen sein. 
Tav. 32, I (S. Cecilia) gehört noch in die erste Hälfte des Kon- 
stantinischen Saeculum. Ich nehme hier trotz Garruccis Wider- 
spruch an, dafs Christus und Apostel dargestellt sind: Christus 
lebend, die Rechte ausgestreckt, in der Linken eine grofse Schrift- 
rolle, sowie die neben ihm ruhig, aber aufmerksam sitzenden Per- 
sonen deuten darauf hin; die Figuren der linken Seite, von denen 
die eine individueller gestaltet ist, mögen defuncti sein. Ganz ver- 
schieden von dieser immerhin allgemein gehaltenen Darstellung, 
bei der ein Bezug auf das Plenum der Apostel, sowie eine be- 
stimmtere Charakterisierung als Apostel nicht ersichtlich ist, viel- 
mehr alle gleich jugendlich aufgefafst und alle in die Dalmatika 
gekleidet sind, ist in dem gleichen Coemeterium, später als das 
eben genannte, aber wegen der grofsen Ähnlichkeit mit der Berliner 
Elfenbeinpyxis und sonstiger künstlerischen Merkmale halber sicher 
noch ins vierte Jahrhundert gehörend das Bild tav. 2I, I, wo Christus 
in der Mitte erhöht thront, das Apostelkollegium vollzählig ist, 
regelmäfsig gruppiert; je vier jünger stehen neben dem Throne, 
Paulus und Petrus sitzen, hinter jedem steht ein bärtiger Apostel. 
Die Mehrzahl der Apostel ist auch hier ohne individuelle Charak- 
terisierung und ohne jede Bezeichnung einer besonderen Würde; 
nur einer trägt eine Schriftrolle; das Untergewand ist wie bei 
Christus bei allen mit Purpurstreifen besetzt und mit den eingewebten 
buchstabenähnlichen Zeichen verziert. Petrus und Paulus sind in 
lebhafter Unterredung begriffen und die beiden hinter ihnen stehen- 
den Apostel nehmen daran teil. 
I) V. Schnitze, Katakomben S. 336. 
2) D6 ROSSi, Bull. 1874. Hen5e1mann 
kommission Bd. XVIII. 
Mitteilungen der k. 
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