Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621528
Pauli. 
den Typen Petri und 
Verschiedenheit in 
individuellen Typus (kahler Kopf, langer, spitzer Bart), während 
sein Mitapostel jugendlicher aufgefafst ist. In diesen beiden Reihen 
zeigt es sich, dafs der Petruskopf durchaus schwankt, viel weniger 
der Typus des Heidenapostels, was vielleicht daher zu erklären ist, 
dafs man sich an diesen letzteren orientierte, um allmählich ihn zu 
einem Typus für alle Heiligen überhaupt zu machen. Derselbe 
Typus steht auch bei den Büstendarstellungen im Vordergrunde, 
nur verändert durch einen eigentümlichen Haarschnitt. Paulus hat 
ihn vorwiegend (179, 2.6. 7; 180, 5), aber auch Petrus mit ihm 
(179, 4; 180, 7 bes. tav. 181). Daneben steht ein anderer: langer, 
spitzer Bart mit behaartem Kopfe (182, I. 4. 5. 6; 183, I). Die 
Gläser dieser beiden Reihen müssen in der Hauptsache in dieselbe 
Zeit fallen, wie die paläographischen Merkzeichen und die auf allen 
wiederkehrende charakteristische Tracht beweist: der um den Hals 
geschlagene, vorn auf der Brust gewöhnlich durch eine grofse 
Fibula zusammengehaltene Mantel. Eher an diesen letzteren, als 
an den ersteren, aber in der Hauptsache originell für sich bestehend 
schliefst sich ein dritter Typus: er überrascht durch die Kurzbärtig- 
keit (192, I ; 181, 6; 184, 2. 3) und ist in späte Zeit zu setzen, wofür 
die Stellung en face in Betracht kommt, welche bei Münzen ganz 
vereinzelt am Anfang des fünften, häufiger Ende dieses und Anfang 
des sechsten Jahrhunderts sich findet. Die Verschiedenheit der 
Typen mufs man auch hier auf Rechnung der verschiedenen Pro- 
duzenten setzen. Der kahle Typus mit seinen oft ins ungeheuer- 
liche gehenden Formen kommt nicht auf Gläsern mit ornamen- 
tiertem Rande vor, sondern hat stets das Medaillon von einer 
Inschrift umgeben. Die beiden letzteren Varianten aber haben nie 
Inschrift am Rande. Die verschiedentlichen Abweichungen inner- 
halb der verschiedenen Klassen sind auf Unfertigkeit des Künstlers 
zurückzuführen. Man merkt es sehr oft, dal's wohl der fromme 
Glaube. aber nicht das Talent und die Schulung die Hand führten. 
Hierzu gesellen sich lediglich symmetrische Rücksichten, welche 
die späteren immer mehr walten lassen. Die beiden Köpfe werden 
gleich dargestellt, darum ist eine individuelle Charakterisierung 
oder gar ein Fortschritt in der typischen Ausbildung bei den 
Goldgläsern gegen das Ende der Fabrikation hin immer weniger 
wahrzunehmen. Die mittlere Zeit, die erste Hälfte des fünften
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.