Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621495
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als Wunder nach der 
Umdeutung verstanden 
Das Quellwunder. 
traditionellen Weise 
sein wollten I). 
und 
ohne 
dogmatische 
I) Man stützt sich auf diese beiden Goldgläser und auf die Glasschale von 
Podgoritza (neuerdings bei Le Blant, Etude sur les sarcophages chretiens de la ville 
d'Arles, t. XXXV, cfr. p. XXVIII, Note 5). wenn man Petrus an Moses Stelle 
einrücken läfst, ihn als geistlichen Moses auffafst, den Führer des geistlichen Volkes 
Israel, der an die Petra d. i. Christus herantrete und die aus diesem fliefsenden 
Ströme der Gnade und geistlichen Güter den Christen vermittle. So insbesondere 
die römischen Gelehrten, de Rossi mafsvoil, Garrucci interpretiert so wo nur irgend 
möglich, am entschiedensten Männer wie Grimouard de Saint-Laurent (Iconographie 
de Saint Pierre et Saint Paul, Annales Archeologiques v. Didron, vol. XXIII f., 
namentlich vol. XXIV, p. 265, Saint Pierre, Nouveau Meise). 
Die beiden Goldgläser sind sehr spät, sicher nicht vor Ende des V. Jahr- 
hunderts gefertigt. Auch die albanische Schale ist spät. Ihre Inschrift ist wahr- 
scheinlich zu lesen: Petrus virga perc(utit)     fontes ciperunt quorere. Die 
mangelhafte Orthographie, die Namensverwechslung bei Adam beweisen, wie wenig 
Gewicht auf das Wort Petrus zu legen ist. Die Darstellung findet sich neben Scenen, 
welche Gottes Wunder, namentlich die Errettungen verbildlichen. Fast genau so ist 
das Wunderexempel am Felsen mit denselben Scenen auf einer Metallplatte (Gar- 
rucci t. 435, I6) verbunden. Schon das weist auf die allein richtige Deutung hin. 
Von noch gröfserem Interesse ist die Frage für die Katakombenmalereien und für die 
-Sarkophagkunst. Deren Beispiele zu untersuchen, ist hier nicht der Ort. Was sie 
evident beweisen, liifst sich schlagend auch aus den litterarischen Quellen darthun. 
Des Wasserwunders als eines Machterweises Gottes ist in den Psalmen oft gedacht 
(CIV, 40; CXIII, 32), mit dem Auszuge aus Ägypten und dem Mannawunder, 
welches allerdings seltener erwähnt wird, gehört es zu den beliebtesten Gegenständen 
für den Christen. Die Acta Petri et Pauli p. I0 heben diese Wunder heraus. Des- 
halb spielt auch Moses eine bedeutsame Rolle; er ist eine Lieblingspersönlichkeit 
der Väter. Arator (De actt. app. II, 53 ff.) schildert ausführlich Wasser- und Manna- 
wunder, trotzdem dafs nichts davon im neutestamentlichen Texte erwähnt ist. Gott 
wirkte diese Wunder (Apost. Konstit. VIII, I2); er erwies sich aber schon im Alten 
Testamente als der durch Christus wirkende. Darum war Christus, der Logos, das 
Verbum im alten Bunde wunderthätig (Acta apocr. Andr. et Matth., Tischendorf 
p. 144. 159; Tert. adv. Marc. poerna lib. V, pag. 285, b. Fabricius; b. Sedulius, 
Carm. Pasch.I, 145. 220 ff.) und bei griech. Dichtern (Daniel, Thes. hynm. III, 73). 
Er selbst hat daher den Felsen gespalten und das Volk getränkt (Hilarius in 
ps. LXVII, 9; Fulgentius v. Ruspe, Sermo de Martyribus, ed. Th. Raynaldus 1639). 
Christus erat panis, Christus petra, Christus in undis (Sedül- 1. C. v. X59, vgl. v. 29  
Und Moses war typisch für ihn: 
Cumque dehinc populum sese in deserta secutum 
Ut typicus Moyses verusque prophetn videret 
Antiquam sentire famem, maioribus actis 
 Antiquam monstravit opcm. (Sedul. III, 207 ff.)
        

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