Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621483
Die Darstellung anderer Apostel 
zweifelhaft. 
in dieser früheren Zeit auch andere Heilige bildlich erwähnt, so 
treten Paulus und Petrus mit dem fünften Jahrhundert ausschliefs- 
lich in den Vordergrund als die Typen derer, welche überwunden 
haben. Gewöhnlich im fünften Jahrhundert und bis in das folgende 
reichend sind die Abbildungen in Büstenform, welche sich früher 
nur vereinzelt ünden. Sie beweisen deutlich die Wandelung der 
Ideen und der Formen. Es ist ein persönliches Interesse, welches 
der fromme Glaube an den beiden Persönlichkeiten nimmt, in viel 
höherem Mafse als früher, es ist der Heiligenkultus, welcher hier 
seinen Einflufs äufserti). Neben diesen Aposteln finden sich einige- 
mal, auch wie in früherer Zeit, einige Persönlichkeiten, die für 
Apostel gehalten werden können. Es kommt Simon öfters vor 
(194, 2. 6. 8), zweimal mit Johannes (193, 4. 5), Johannes noch 
einmal (170, 4), einmal Judas (187, 6), zusammen Simon, Thomas, 
Petrus, Philippus (194, 6) und Simon, Damas, Petrus, Florus, wie auch 
Simon mit andern zusammen 187, 4 sich findet. Augenscheinlich 
ist unter Simon nicht der Apostel Petrus zu verstehen, wie das 
öftere Vorkommen beider Heiligen auf einem Glase beweist (187, 4; 
I94, 6). Es ist ferner fraglich, ob Petrus der Apostel sein soll in 
der Zusammenstellung mit Florus und Philippus, ferner, ob die Les- 
art Thomas richtig und nicht vielmehr Damas gemeint ist und welcher 
Philippus hier verstanden werden soll. So ist es auch zweifelhaft, 
ob wir in Johannes den Apostel sehen dürfen. 
Nur ganz wenig Ausnahmen gibt es, auf denen die beiden 
Hauptapostel getrennt sind, Petrus findet sich einmal im Brustbilde 
inmitten anderer Heiligen (194, 5), ebenso Paulus (194, 7), Petrus und 
Paulus je einmal allein (169, 6 und 179, 7); die kleineren Tafeln 
(179, 5; 179, 7; 183, 3; 183, 5. 7) waren wohl zur Zusammenstellung 
mit andern bestimmt. 
Die bekannten zwei Beispiele des Quellwunders mit der In- 
schrift PETRVS (179,  später Zeit entstammend, stehen auch 
unter den Goldgläsern in ihrer Auffassung einzig da. Die ziemlich 
häufigen Beispiele dieses Wunders (tav. 172. 173), meist für Zu- 
sarnmenfügung mit den andern Wunderscenen gearbeitet, weisen 
schon durch die äufsere Bestimmung darauf hin, dafs sie lediglich 
Vgl. 
1791 
PROTEG. 
Fragment mit der Inschrift PETRUS
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.