Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621473
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Die Hauptapostel gekrönt. 
heiliger P6501169 Zurück, die vor den andern nur das voraus haben, 
dafs Sie Christo näher gerückt erscheinen. Die einzige Darstellung, 
welche die wirkliche Aktion des Predigtauftrages oder der Übergabe 
des neuen Gesetzes darstellt (180, 6), geht augenscheinlich auf ein 
spätes Vorbild in der Mosaikmalerei zurück. 
In überwiegender Mehrzahl sind die Gläser, welche ausdrück- 
lich den beiden Aposteln den Kranz, worin häufig das Monogramm, 
geben oder sie als von Christo gekrönte darstellen. Beide Arten 
sind nur Varianten; die gröfsere Häufigkeit der einen ist aus der 
Verschiedenheit der Fabriken zu erklären; es ist gewifs nicht zu- 
fällig, dafs die Darstellungen mit dem Kranze über dem Haupte 
fast allein auf den Gläsern mit ornamentiertem Rande sich finden, 
während das ausgeführtere Motiv, die Krönung durch Christus, den 
Gläsern mit der Inschrift am Rande, in der Hauptsache angehört. 
Der Gedanke" ist derselbe. Gilt der Kranz den Christen bei den 
l-Iochzeitsgebräuchen als ein aziyßolov 127g vimygÜ, so ist er den 
heiligen Personen und insbesondere den Häuptern und Vertretern 
derselben gegeben, weil sie vollendet haben. Dabei liegt übrigens 
formal und teilweise auch nach der Idee antike Tradition zu Grunde, 
wie auch aus den Goldgläsern hervorgeht, deren eines (197, 6) zu 
Häupten der Ehegatten einen geflügelten nackten Genius zeigt, in 
derselben Stellung, wie sie Christo gegeben ist, wenn er die Kränze 
auf die Häupter legt. Die christliche Kunst hat auch hier die 
heidnische Tradition aufgenommen, aber verchristlicht, und sie hat 
sich hier weniger als sonst in das rein Dekorative verloren, sondern 
einen bestimmten Gedanken festgehalten, wie die öftere Wieder- 
holung der namentlichen Bezeichnung des Herrn und die immer 
seinen Typus festhaltende Darstellung des krönenden Christus be- 
weist. Der eine Kranz schliefst die beiden zur Einheit zusammen. 
Diese Art der Darstellung ist am häufigsten in späterer Zeit 
und das fünfte Jahrhundert weist die meisten Beispiele hierfür auf. 
Sie läfst sich indes schon in dem vorausgehenden nicht selten linden, 
wo Paulus und Petrus in ganzer Figur, stehend oder sitzend dar- 
gestellt sind (183, 8; 180, I), (183, 4), (184, 4; 133, 2). Werden 
i 
I) Chrysost, Hom. IX. in I. ep. ad Timoth. 
dtslpuvoz mi; xstpalaig, aüyßolov 1179 11007;. 
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Erurläsvrou
        

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