Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621461
Petrus und 
Paulus 
mit dem Herrn. 
Seele aufnehmen oder eine besonders bekannte und heilige Persön- 
lichkeit in ihrer Mitte haben. So die in der Stellung einer Orantin 
befindliche weibliche Heilige (Maria, 178, 6. 7; Agnes, I90, I. 3.4; 
Peregrina, 190, 6) oder den römischen Märtyrer Laurentius (I89, 7). 
Man kann sagen, dafs für das vierte Jahrhundert die Auffassung 
der beiden Apostel lediglich als heiliger Personen und die Zusammen- 
stellung mit andern das Gebräuchliche ist. Daher auch die wenigen 
frühen Beispiele einer Verkörperung im Brustbilde sich immer nur 
mit den Büsten anderer zusammenfinden (186, 7, vgl. 194, I. 2. 6), 
wobei man die Fälle in Abrechnung zu bringen hat, in denen das 
Brustbild durch den Mangel an Platz geboten war (186, 4; 190, 4). 
Die Bedeutung der beiden Hauptapostel brachte es aber mit sich, 
dal's man sie, den Gegenstand der gröfsten Verehrung für die Römer, 
die Urtypen der Heiligen für Rom, häufig darstellte. Mit dem 
steigenden vierten Jahrhunderte wurde es immer häufiger, die heiligen 
Personen möglichst in beschränkter Zahl darzustellen, gewöhnlich 
zu zweien. S0 die öfteren Abbildungen von Sixtus und Timotheus, 
Damas und Pastor, vor allen aber die beiden Apostel, und zwar, 
wie es dieser früheren Zeit eigen war, im Ganzbilde und in der 
Regel sitzend. Wie die andern, so sitzen sie einander gegenüber, 
miteinander im Gespräche, die Schriftrolle in der Hand oder zu 
den Häuptern, gewöhnlich zu seiten Christi. Das vornehme Per- 
sonen darstellende Goldglas (tav. 197, 4) zeigt über den Porträt- 
köpfen der dargestellten Familienglieder den guten Hirten inmitten 
der beiden auf einem Faldistorium sitzenden, im lebhaftesten Ge- 
spräche die Hand erhebenden Apostel. Oder es steht Christus 
zwischen den beiden Jüngern sprechend (185, 5), und man kann an 
anderer Stelle ihn durch sein Monogramm ersetzt finden. Tav. 187, 4 
stellt ein Goldglas dar, welches sicher in das vierte Jahrhundert zu 
setzen ist. Hier ist Christus deutlich als öaädaxalog gekennzeichnet. 
Erhöht sitzend, hält er in der Linken die offene Schriftrolle, die 
Rechte hat er ausgestreckt im lebhaften Redegestus. Zu seiner 
Rechten sitzt Petrus mit Schriftrolle, zur Linken  diese Seite ist 
stark beschädigt  Paulus. Zu seinen Füfsen sitzen eine Anzahl 
Heilige, im lebhaften Gespräche, der gröfsere Teil mit Schriftrollen. 
Man sieht, Petrus und Paulus sind als Apostel und Lehrer charak- 
terisiert, aber dies tritt hinter der Kennzeichnung lediglich als
        

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