Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621422
Darstellungen auf Goldgläsern. 
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Schon hieraus erklärt es sich, dafs wir in den Zeichnungen, Welche 
die Goldgläser bieten, früher als anderswo ein Nachlassen des 
EinHusses klassischer Formen bemerken. Die Technik selber war 
einer feineren Ausführung, einem schärferen Charakterisieren nicht 
günstig. Die Arbeit mit dem Grabstichel auf dem monochromen 
Goldblatte erforderte Künstler, welche tüchtige Zeichner und 
malerisch hervorragend begabt waren, um malerische Wirkungen 
und scharfe Charakterisierung der Köpfe erzielen zu können. 
Andrerseits verdanken wir der Fabrikationsweise, dafs uns die 
Kunstwerke dieser Gattung, weil das Blatt mit der Zeichnung 
gegen alle äufseren Einflüsse geschützt war, unversehrt erhalten 
sind und darum frischer, unmittelbarer zu uns sprechen, als die 
vielen andern Erzeugnisse altchristlicher Kunst, die vor den Zer- 
störungen der Zeit und der Restaurationen sich nicht haben retten 
können. 
Die erhaltenen Goldblattdarstellungen, auch die derselben Zeit 
angehörigen, sind nicht von gleichem Werte. Sie gehören zwar 
bis auf sehr wenig Ausnahmen Rom an, und die erhaltenen Gold- 
gläser geben uns darum im wesentlichen einen Beitrag zur römischen 
altchristlichen Kunst. In den Werken aber lassen sich verschiedene 
Künstlerwerkstätten für Rom nicht verkennen. In der Bevorzugung 
dieses oder jenen Sujets, in der Art und Weise, wie der Rand des 
Glases behandelt ist, ob freigelassen oder mit einer Inschrift ver- 
sehen, ob im Zickzackornament oder in der am häufigsten auf- 
tretenden Verzierung, den aus dem Rande ausgeschnittenen Halb- 
kreisen, ferner darin, wie der Künstler die ganze Darstellung be- 
handelt hat, 0b sie ins Viereck oder ins Rund gestellt ist, haben 
wir einen Wegweiser, freilich keinen durchaus zuverlässigen Führer. 
Die Ausführung dieser Ornamente selbst kann man nicht ohne 
Nutzen für die Datierung in einzelnen Fällen verwerten; die Häu- 
fung, die rohere Behandlung, welche bisweilen derart ist, dal's man 
sieht, der Künstler hat das Ornament nicht mehr verstanden, sind 
Zeichen einer späteren Zeit, die vielleicht in den Hauptdarstellungen 
den Typus festhält und darum die Zeitdifferenz nicht scharf er- 
kennen läfst, für die Bedeutung aber des in zweiter Linie stehenden 
nicht mehr in gleichem Mafse den Sinn hatte und auf das Neben- 
sächliche nicht die gleiche Sorgfalt verwendete, wie die, welche 
Ficker, Die Aposteldarstellungen. 4
        

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