Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621397
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Spätere Darstellungen. 
Augustins an die zu eifrigen Bilderverehrerl): occurrit eis Petrus 
et Paulus, credo quod pluribus locis simul eos cum illo (Christo) 
pictos viderent. 
Die litterarischen Quellen bezeugen somit ausdrücklich die 
Darstellung der beiden Apostel an den Wänden der Kirchen, auf 
den Blättern der Codices, wie auf Tafelbildern. Speziell fürPaulus 
und Petrus gilt die Nachricht, dafs auf dem Ziborienvorhange in 
der Hagia Sophia Christus dargestellt war, zu seiten wPaulus, den 
Mann erfüllet von jeglicher göttlicher Weisheita und nden gewaltigen 
Hüter der Schlüssel der himmlischen Pfortenw), sowie auch noch 
das von Gregor dem Grofsen erwähnte Bild3): direximus tibi sur- 
tarias duas continentes imagines Salvatoris, sanctae Dei genitricis 
beatorumqueiapostolorum Petri et Pauli4)_ Ein von Leo III. ge- 
stiftetes goldgesäumtes Gewebe zeigt den Erlöser zwischen Petrus 
und dem Heidenpredigers), auf einem andern kostbaren Gewebe ist 
die Befreiung Petri dargestelltö)  gewifs nach älteren Mustern. 
Sergius (Ende des achten Jahrhunderts) fand drei imagines aureae 
Petri vor und stiftete noch ein neues Bild dieses Apostels 7). Das 
über die bildliche Darstellung der Apostel überhaupt in den Schrift- 
quellen überlieferte und oben zusammengestellte gilt in gleicher 
Weise für die beiden ersten des Kollegiums. 
Es ergibt sich weiter, dafs für feste typische Ausbildung der 
Bilder Petri und Pauli Ende des vierten und Anfang des fünften 
Jahrhunderts ein gesteigertes Interesse vorhanden war. Grofse 
Kirchenvater mochten hierfür allerdings kein Bedürfnis und keine 
Neigung empfinden. Sie fürchteten Veräufserlichung der Religion, 
I) De consensu evangelistarum, lib. I, c. I0 (Maurinerausgabe t. IV, p. I0). 
2) Paulus Silentiarius, {Eznpgaowg 105 mzoü 117; Qiytag Zoqitug. Hist. Byzant. 
ed. Bonn. 755 ff- 
3) Surtaria wird von Baronius, Annal. a. 754, n. 4 durch vScuttun, ubi sunt 
pictae imaginese erklärt. Augusti, Handbuch II, 643 Anm. zitiert hierzu noch Walafr. 
Strabo de reb. eccl. c. S, wo Thoracida in der Bedeutung von Brustbild (imago 
pectoralis in scuto vel clypeo depicta) gebraucht wird. 
4) Ad. Serenum ep. lib. VII, 54., zitiert auch auf dem zweiten Nicänum (Har- 
duin IV, 817   
5) Anast. Bibl. ad Leonem II, ä 383. 
6) Ad Hadrianum g 320. 
7) Ad Sergium ä 162.
        

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