Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621388
Nachrichten aus dem IV. 
und V. Jahrhundert. 
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Brief an Constantia Augustal), der in seiner Hauptnotiz sicher 
echt, sonst wohl in ikonomachischem Sinne überarbeitet istz). Ist 
schon dies Zeugnis für die künstlerische Auffassung von Wichtig- 
keit, so beweist für das letzte Drittel des vierten Jahrhunderts eine 
individuelle Wiedergabe des Apostels Paulus durch die bildende 
Kunst der oben erwähnte Brief von Ambrosius (cuius me vultum 
pictura docuerat) und für beide Apostel bezeugen dies die Akten 
des Papstes Sylvester über die Taufe Konstantins. Der betreffende 
Passus, u. a. von Baronius ad a. 324 c. 40 angezogen, ward auf 
dem zweiten nicänischen Konzile verlesen; er ist dem Schreiben 
Hadrians von Rom an Konstantius und Irene eingefügt 3). Danach 
seien Petrus und Paulus dem Kaiser im Traume erschienen. Dieser 
habe danach gefragt, wob man denn nicht jene Apostel in bild- 
licher Darstellung besitze, damit er aus dem Gemälde die etwaige 
Identität mit den im Traume geschauten erkenne. Darauf ent- 
sendet der heil. Sylvester einen Diakonen und läfst sich ein Bild 
der Apostel aushändigen. Der Kaiser erblickt es und bezeugt laut, 
sie seien es wirklich, die er geschautß 
Nun sind freilich die ganzen Akten ebenso apokryph, als die 
Taufe, von der sie erzählen, und die donatio Constantini. Aber 
fällt damit auch die Versicherung des römischen Annalisten, dafs 
es eben jene Bildtafel sei, welche noch jetzt in S. Peter aufbewahrt 
und hoch verehrt werde, in sich zusammen, so ist doch die Er- 
zählung für die Kunstgeschichte wichtig genug. Erweist die Kritik, 
dafs die Fixierung der Typen dem konstantinischen Zeitalter auch 
hier abzusprechen ist, so läfst sie doch das Faktum stehen, dafs 
die charakteristischen Typen der Apostelfürsten um ein Jahrhundert 
später feststanden und bildlich fixiert waren. Vielleicht sind die 
Acta dem ersten Drittel des fünften Jahrhunderts zuzuweisen. 
Sicher läfst sich aber der Schlufs ziehen aus dem auch die weite 
Verbreitung der Typen um dieselbe Zeit verbürgenden Vorwurfe 
1) Bei Boivin in den Noten zu Nikeph. Gregoras (Hist. Byzant. ed. Bonn. 
x30: sqq.  
z) Man vergleiche auch die Erörterung in Augustis Handb. der Christl. Archäol. 
 III, S. 627. 
3) Harduin IV, 82.
        

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