Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621377
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über Bilder. 
Frühere Nachrichten 
Fixierung des letzteren bezeichnet den endgültigen Abschlufs. Es 
ergibt sich aber aus diesen beiden letzten Beschreibungen, dafs für 
Petrus schon früher eine andere Tradition vorhanden war. Nike- 
phorus hat sie, die in früherer Zeit die schwächere war, zur Norm 
erhoben. Teils historische Reflexion, teils der Wunsch, die beiden 
Apostel möglichst voneinander zu unterscheiden, wandelt Petrus in 
den Mann des kräftigen mittleren Alters um. 
Diesen Nachrichten, welche das lebhafte Interesse an den 
beiden Aposteln beweisen und hinreichend von dem Bilde Kunde 
geben, das die christliche Phantasie sich von ihnen entwarf, stehen 
andere ergänzend und bestätigend zur Seite, die von der künst- 
lerischen Ausführung dieser Vorstellungen erzählen. Wie in den 
Personalbeschreibungen Paulus voransteht, so ergibt sich auch hier, 
dafs seine Darstellung im Bilde weit in das christliche Altertum 
hinaufgeht. 
Zur Sekte des von Alexandria im zweiten Jahrhundert aus- 
gegangenen Gnostikers Karpokrates, deren absoluter Synkretismus 
stark heidnisches Gepräge aufweist, gehörte eine gewisse Marcellina; 
sie verehrte in ihrem Lararium nicht nur wimagines Jesu et Pauli 
et Homeri et Pythagoraeel), sondern stellte diese Bilder  es sind 
noch einmal ausdrücklich Jesus, Paulus und Pythagoras philosophus 
genannt  mitten unter das Volk, dafs ihnen göttliche Ehren zu 
teil würden z). Eusebius, der Kirchenhistoriker, bezeichnet die 
Verfertigung von Bildern heiliger Personen als in der heidnischen 
Sitte wurzelnd, Wohlthäter durch Bilder zu ehren. Demgemäß 
bewahre man die Bilder der Apostel des Herrn, Paulus und Petrus 
und Christi selber in Schriften gemalt auf 3). Von tragbaren 
Bildern ]esu und Pauli, die gezeichnet waren (xaraysygatcgaävoz) 
uig iiv qulöüorpoz spricht der demselben Manne zugeschriebene 
Bestreben geleitet hat, auf Grund der Quellen jeden der Apostel auch körperlich 
in seiner Eigentümlichkeit und beide somit voneinander verschieden darzustellen. 
1) Augustini de haeress. liber c. 7 b. Oehler, Codex haereseologicus I, p. 198. 
2) Praedestinatus l. I, c. 7, ebenda p. 234. 
3) Kirchengeschichte 1. VII, c. I8: 31a m12 1:511 änoürölml aüroü Eixöllag, 
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