Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621364
Elpius. 
M enäen. 
Nikephorus. 
43 
Codex mon mediocri antiquitatis laudea mitteilt. Das Bekenntnis 
des Verfassers an anderer Stelle, dafs er über die xagaxrügeäg 
awyanxoi nur gebe, wwas die alten Schriftsteller geschrieben habena, 
erweist sich auch hier vollkommen zutreffendl). Er wiederholt ein- 
fach die Worte von Johannes Malalas, nur dafs er in die Be- 
schreibung des Heidenapostels noch die Worte aus den Acta Pauli 
et Theclae einschiebtß). Und in dieser Weise sind diese Schilde- 
rungen auch mehr oder weniger direkt von Einflufs gewesen für die 
beiden letzten Beschreibungen der Griechen: in den Menäen und in 
der Kirchengeschichte von Nikephorus3). Namentlich die berühmte 
I) Ich habe die speziellere Datierung, die de Rossi erwähnt, bei Tischendorf 
nicht finden können. Die beiden letzten, deren Personalbeschreibung Elpius giebt, 
sind Tarasius und Nikephorus. Jener, dessen Gedächtnis sich der griechischen Kirche 
dauernd eingeprägt hat (Goar, Euchologium p. 495), starb 806 und Nikephorus war 
sein Nachfolger auf dem Patriarchenstuhle von Konstantinopel. Demnach ist Elpius 
in das erste Drittel des IX. Jahrhunderts zu setzen, eine Fixierung, welche für die 
immer noch unsichere Chronologie des Malalas zu verwerten ist. 
2) Darnach ist auch etigüg, wie Tischendorf vermutet, in 51391110; zu ver- 
wandeln. 
3) Jene findet sich in der Venetianer Quartausgabe der Menäen I723 zum 
29. Juni im II. Bande p. (auf und Q1]. Nikephorus giebt seine Beschreibung in der 
Kirchengeschichte, II. Buch, c. 37 am Ende. Wegen der Wichtigkeit besonders der 
letzteren und um der Vollständigkeit willen seien diese Beschreibungen hier kurz 
charakterisiert. Sie sind sich inhaltlich ganz gleich. Auch im Ausdrucke. Nur 
verrät die erstere eine sehr schlechte Redaktion: die Kompilation der verschiedenen 
Berichte ist sehr ungeschickt vollzogen. Der Kirchenhistoriker zeigt zwar auch 
deutlich, dafs seine Arbeit lediglich eine zusammentrageude ist; er hat aber selb- 
ständiger gearbeitet und bemüht sich, ein Ganzes herzustellen. Diese beiden Berichte 
schöpfen aus einer gemeinsamen Quelle aufser den Akten Pauli und Theklas und 
Malalas; allem Anscheine nach war dies eine paraphrasierende Überarbeitung der 
Beschreibung des letzteren, aber mit einem andern Berichte verbunden, aus welchem 
verschiedene neue Bezeichnungen stammen, namentlich die Notiz, dafs Petrus yärgzog 
19111 rilzxfuv war  das unterscheidet ihn von von Paulus  sodann dal's er 
starkes kurzes, wolliges Haar trug. Die Menäen haben daneben noch das Epitheton 
ävaqoila; und suchen beide Prädikate mühsam auszugleichen. Nikephoros hat da- 
gegen die partielle Kahlköpfigkeit des Vorderhauptes bei Petrus. War bei Malalas 
ferner ein jeder einfach als bärtig bezeichnet, so stellt der Spätere, auch hier die An- 
deutungen der Menäen ausführend, in diesem Punkte ebenfalls die beiden Apostel 
einander gegenüber: jener mit kurzem krausen. nicht herabwallenden Barte, Paulus 
mit reichlich niederhängendem Barte. So beweisen auch die Notizen über die Nase, 
die Augen, die Augenbrauen der Apostel, dafs den byzantinischen Historiker das
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.