Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621300
Der Dialog Philopatris. 
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Punkte nicht ohne Einfiufs auf die Späteren bleiben. Eine direkte 
Benutzung davon treffen wir in dem Dialoge Philopatris, welcher, 
früher öfters ihm zugeschrieben, jetzt wohl allgemein Lucian abge- 
sprochen WirdI). Die betreffenden Worteß) lauten: ivina 68' 110; 
Falulaiog 51151095611, ävagoalavrlag, äzviggzvog, äg zgirov oügavöv 
äegoßaznfüay). Sie beweisen, wie Ende des vierten Jahrhundert?) 
1) Er Endet sich in den Ausgaben der Werke Lucians z. B. ed. Lehmann, 
Lips. 1831 im IX. Bande. 
2) In der angegebenen Ausgabe p. 233 (p. 597  
3) Man hat Zweifel gegen die Deutung auf Paulus erhoben. Mit Unrecht. 
Die Worte gehen unstreitig auf die Acta Pauli et Theclae zurück, schon aus dem 
Grunde, weil ärzlggnwo; nach der Note p. 576 der Lehmannschen Ausgabe und den 
Wörterbüchern sich nicht mehr findet. Für Paulus mag die Bezeichnung Galiläer 
immerhin befremdlich sein, sie erklärt sich aber aus der zeitweise üblichen gleichen 
Benennung der Christen (vgl. die Dissertatio I0. Matthiae Gesneri im IX. Bande 
der Lehmannschen Ausgabe c. 39 am Ende). Ganz entschieden aber weist auf den 
Apostel das Z; 1951011 ozigavöv risgoßurvidag, auf II. Kor. XII, 2 anspielend. Ist 
doch dieser Entrückung in den Himmel auch in den Litnrgien des Orients wie des 
Occidents als eines Charakteristiknms Pauli gedacht worden, z. B. in den griechischen 
Menäen zum 29. Juni (ed. Venet. 1712 pag. 91H), Leonin. Sacram. ed. Migne p. 51. 
Aufserdem berücksichtige man die Art und Weise, wie der Redner am Schlusse des 
Gespräches den Bericht der Apostelgeschichte über Pauli Predigt in Athen vor Augen 
hat (p. 249). 
4) Ich kann es mir nicht versagen, auf diese chronologische Frage hier ein- 
zugehen. Es besteht bekanntlich grofse Ungewifsheit über die Entstehungszeit des 
Gespräches. Gesner, welcher die verschiedenen Ansichten a. a. O. p. 552 sqq. zu- 
sammenstellt, kommt in seinen ausführlichen Untersuchungen auf die Zeit Julians. 
Ausschlaggebend möchten die kurz vor unserer Stelle p. 232 sich findenden Worte 
sein: zrreüyu 5x 714x196; Sxzrogevdyevov. Die bewufste Anspielung auf ein for- 
muliertes und offiziell anerkanntes Glaubenssymbol liegt in dem ganzen Passus auf 
der Hand. Vor dem letzten Drittel des IV. Jahrh. ist der Dialog demnach sicher 
nicht geschrieben. Denn diese Bezeichnung des Heiligen Geistes ist offiziell erst 
zu Konstantinopel 38x in das allgemeine Kirchensymbol aufgenommen. Sie findet 
sich zuerst in der Grundlage dieser Bekenntnisformel, in dem allgemeinen Tauf- 
symbole der Kirche zu Salamis auf Cypern, wie es Epiphanius vielleicht selbst kom- 
poniert hat (es steht im Ancoratus gegen Ende, Opp. Epiphanii ed. Dion. Petavius 
t. II (Colon. 1682 sqq.), sodann auch in dem durch Epiphanius neu eingeführten 
Taufsymbole. Vgl. Hahn, Bibliothek der Symbole S. 70 Ff. Im günstigsten Falle 
bezögen sich unsere Worte auf jenes erstere Tanfsymbol, bei dem die Möglichkeit 
offen steht, dafs es Epiphanius bei dem Antritte seines Episkopates 367 in Cypern 
bereits angetroffen hat, vdoch als erst kurz vorher und von auswärts eingefuhrtir.
        

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