Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621299
36 
der Akten. 
Verbreitung 
rechte Bedeutung des hier gezeichneten Bildes Pauli für die 
folgende Zeit wird klar, wenn man sich die weite Verbreitung der 
Acta Pauli et Theclae vergegenwärtigt. Grabe hat in seinem 
Spicilegium t. I die Stellen der Väter abgedruckt; es ergibt sich 
hieraus namentlich für das vierte und fünfte Jahrhundert, dafs im 
Morgenlande wie im Abendlande in kirchlichen wie in häretischen 
Kreisen die Geschichte der Thekla bekannt und beliebt war. Ein 
Hieronymus schwächt sein früher gegebenes Verdammungsurteil 
selbst abI). Von Wichtigkeit ist, dafs die Märtyrerin in dem Ordo 
commendationis animae, quando infirmus est in extremis (Brev. 
rom.) als Beispiel der Befreiung genannt wirdz), dal's sie ferner in 
jenen mächtigen, Cyprians Namen führenden Gebeten wiederholte 
Erwähnung findet, beidemal in deutlichem Bezuge auf die Akten, 
einmal unmittelbar neben Paulus. Die hier erwähnte Befreiung der 
Jungfrau geschah aber durch Christus, der die Gestalt seines 
Apostels angenommen hatte. Dafs sich auch dieses Moment un- 
auslöschlich dem frommen Glauben eingeprägt hat, beweist nicht 
nur die in metrischer Form verfafste. Geschichte Theklas durch 
Basilius von Seleucia3), De Thecla lib. I p. 251 C. Als die heilige 
Febronia in Todesnot ist, hebt ihre Begleiterin die Hände zum 
Himmel und betet: Domine Jesu Christe, qui servae tuae beatae 
illi Theclae certanti sub Apostoli Pauli habitu apparuisti, quaeso et 
huic humili servae in hora certaminum appareas4). Und Johannes 
Moschus erzählt in dem Pratum Spirituale 5), dafs ein Bedrängter 
betete: Kügza Öcpuvsig 13760151417 037 Oäulg] mxi ävadysvog uiripß äx 
uöv ävöywv 95219611, Qöuouf ,ue 3x 117g ävoiyxwyg rawimyg zai 060611 ,us 
zimö 1017 zuxgoi öavoirov 10151011. 
Das christliche Altertum hatte somit schon von dieser Seite 
her ein Interesse an dem habitus Pauli, 
dieses Interesse weckte und befriedigte, 
und die Schrift, 
konnte auch in 
welche 
diesem 
I) Im Comment. ad. cap. II ep. ad Galat. 
2) Cypriani opera ed. Hartel t. III, p. 144 sqq. 
3) S. Grabe a. a. O. 
4) Surius, De probatis Sanctorum vitis t. III.  
et mart. p. 201. 
5) Griech. in Cotelerius, Eccl. Graecae Monum. 
Lat. in Mignes Patrol. Latina t. LXXIV, p. 119 sqq. 
Galat. 
P- 144 Sqq- 
m. Juni xv. 
de S. Febronia 
viTg' 
Paris 
x68I, 
346.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.