Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621282
und syrischen Akten des Paulus und der Thekla. 
Zeugnis der griechischen 
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überein; doch möge es erlaubt sein, anstatt der deutschen Über- 
setzung die angeführte Stelle in der Übersetzung aus den syrischen 
Akten wiederzugeben I): and he saw Paul coming, and in his stature 
he was a man of middling size and his hair was scanty, and his 
legs were a little crooked and his knees were projecting [or: far 
apart]: and he had large eyes, and his eyebrows met, and his nose 
was somewhat long; and he wasxfull of grace and mercy; at one 
time he seemed like a man at an another time he seemed like 
an Angel. 
Nach dem oben Bemerkten ist es wahrscheinlich, dafs die 
beiden ersten Epitheta in dieser Beschreibung auf unsere kano- 
nischen Schriften des Neuen Testamentes, vielleicht das erste auch 
auf den zur Deutung herausfordernden Namen des Apostels sich 
stützen, so dafs, wenn auch in unklarer Beziehung die Kahlköpüg- 
keit auf Act. XXI zurückginge. Dafs ein individueller Zug mit 
dem Ausdrucke angedeutet ist, beweist eine Vergleichung mit 
ähnlichen Personalbeschreibungen, welche ihren Helden wohl als 
oivarpdllag u. s. W. bezeichnen, nicht aber als willig z-ipl xerpalvjvz). 
Das dritte Attribut (cizymilog zaIg nwfyazg) ist pure Erfindung. Die 
andern Epitheta kommen mehr oder weniger innig verbunden in 
allen griechischen Personalbeschreibungen späterer Zeit wieder vor 
mit Ausnahme des individuelleren iuingtüg ärrigzißog3). Sie gehören 
notwendig zum Schönheitsideale. Bei den folgenden Generationen 
ist dieses ein viel komplizierteres. Schon der Syrer fügt dem Texte 
ein weiteres Moment bei (das spätere eiiöyyazog). An unsern ein- 
fachen Bericht klingt z. B. auch der immerhin noch knappe über 
Markus an. Wie viele Epitheta waren Ende des vierten jahr- 
hunderts zur Beschreibung der Persönlichkeit erforderlich! Die 
I) History of Thecla, aus dem Syrischen übersetzt in den Apocryphal Acts of 
the Apostles von Wright, London 1871, vol. II, p. II7. 
2) Man vergleiche aufser den Personalbeschreibungen der beiden Apostel den 
Bericht über Markus aus Acta SS. April. t. III, p. XLVIsq. bei Lipsius, Apokryphe 
Apostelgeschichten II, 2. Teil, S. 335 und die Beschreibung Justinians im Chron. 
Pasch. im Pariser Cod., ed. Bonn. I, 688 (3760).  
3) Nur einmal findet sich änfgovog und zwar in einem von unsern Akten ah- 
hängigen Passus (s.  Dafür aber kommen synonyme Ausdrücke in jeder andern 
ausführlichen Schilderung vor. 
3 äk
        

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