Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621271
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Paulus. 
älteren Mann; und was aus weiteren Äufserungen Pauli heraus- 
gelesen werden konnte, dafs er, noch dazu von Krankheit geplagt 
(II. Kor. XII, 7), körperlich unscheinbar warl), scheint der Bericht 
über den Aufenthalt der christlichen Missionare in Lystra (Act. 
XIV, 12) zu bestätigen; wenigstens darf man mutmafsen, dafs 
Paulus und Barnabas auch um ihrer äufseren Erscheinung willen 
voneinander als Hermes und Zeus unterschieden wurden, jener 
also von weniger imposanter Figur war. Hierher gehört die Nach- 
richt der Apostelgeschichte z), dafs Paulus in Jerusalem sein Haupt- 
haar abgeschoren habe, wobei das starke Wort rfvgsiv, Vulg. radere, 
bis zur Kahlheit abscheren, gebraucht ist. 
Die Spärlichkeit dieser Aussagen und das Übergeben aller 
Details hinderten die folgenden Jahrhunderte nicht, genaue Bilder 
über die äufsere Erscheinung der geistlichen Väter der Christen- 
heit zu entwerfen; ja sie schienen späteren Generationen es zur 
Pflicht zu machen, die Züge bis in die kleinsten Einzelheiten zu 
verfolgen. Gerade dieser beiden Männer bemächtigte sich die 
geschäftige Phantasie wegen des hohen Interesses an ihnen mit 
besonderer Vorliebe. Er habe es aus Liebe zu Paulus gethan, 
war jener kleinasiatische Presbyter nach dem Zeugnisse Tertullians 
(De bapt. c. I7) geständig, welcher die Akten des Paulus und der 
Thekla verfafst hat. Es erklärt sich, dafs er seiner Erzählung eine 
genaue Personalbeschreibung des Apostels eingefügt hat. Sie Findet 
sich gegen den Anfang der Acta3): siöev ae röv Haölov ägxöyevov, 
3111690: ytugöv I5 yeyääst, zpülbv 1,517 KSQDUÄÜ, ÖQIWLIÄOII rosig uwfyatg, 
eizswrmöv, aüvozpgvv, puxgög änigwov, xoigwog rclafgrf yorä rcäv 76:9 
ägoaivero (B; Öivögwvvog, norä aß äyyälov rrgöucorcov sixsvf). 
Die griechischen Acta wurden in das Syrische übertragen 
Der syrische Text stimmt nicht überall wörtlich mit dem Urtexte 
1) II. Kor. X, ro: w; Jä nagavuia 1017 aeöyaro; äaßemjg. 
2) Es ist fraglich, ob XVIII, I8 auf Paulus zu beziehen ist. Wohl aber 
XXI, 24. 
3) Tischendorf, Acta apostolorum apocrypha p. 4I. 
4) Es ist nicht ausgeschlossen, dafs die Akten in einer späteren Überarbeitung 
vorliegen, und dafs dieses oder jenes Wort aus dem Schematismus für Personal- 
beschreibungen einer späteren Zeit hinzugethan ist. Das ändert indes nichts. Das 
Charakteristische in diesen Worten ist (s. u.) ursprünglich.
        

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