Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621259
Der alte Evangelist. 
Akten des Apostels haben sich einzelne Fragmente im Originale- 
erhalten.  Sie haben im Bilderstreite eine _Rolle gespielt. Gegen- 
über der auf bilderfeindlichem Standpunkte stehenden Synode von 
Konstantinopel vom Jahre 754 wurden sieauf dem zweiten nicäni- 
schen Konzile 787 verlesen und für apokryph und verwerflich er- 
klärt. In dem dritten Fragmente wird erzählti), dafs ein von 
Johannes bekehiter Mann  aus demselben Motive, das Eus. VII, I8 
nennt  ein Bild des Apostels habe malen lassen. Johannes sah 
im Schlafzimmer seines Jüngers wdas bekräinzte Bild eines alten 
Mannes (ngsüßzirov) und ringsum Lichter aufgestellt und nachdem 
er sich im Spiegel. angesehen und das Bild;unverxvandt betrachtet 
hatte, sprach er: So wahr der Herr Jesus Christus lebt, das Bild 
ist mir ähnliche   1 
Dem wunderthätigen Gregor erschien der Evangelist Johannes 
mit dem Aussehen eines Greises, in ehrwürdigem Anzuge, der 
durch die Anmut seines Antlitzes und seine körperliche Haltung 
hohe Tugend ankündigte 2).  
Eine speziellere Notiz gibt nebenbei Elpius3): Johannes der 
Theologe hatte ein wenig den Bart rund getragen. 
Die Briten und Scoten berufen sich mit ihrer eigentümlichen 
Tonsur (Vorderkopf allein entblöfst) auf das Beispiel des Apostels 
Johannes 4).    
Das Bild von dem alten Evangelisten hat sich in der Tradition 
der griechischen Kirche unausgesetzt erhalten: der letzte von 
allen, Johannes, diktierte, als er schon ganz alt geworden war, wie 
uns Irenäus, Eusebius und andere diesen folgende zuverlässige 
Geschichtsschreiber überliefert haben, seinem Schüler Papias das 
Evangelium in die Feders).     
Dieser Vorstellung lief eine andere zuwider, welche" historischen 
wie asketischen Gründen ihre Berechtigung verdankte. Johannes, 
der rcagäävzog, (virgo et mente et corpore, Augustin) konnte nur 
I) Bei Harduin IV, 295.   
2) In der Rede von Greg. v. Nyssa auf Greg. T haumnt. c. S. 9. 
33 Bei 'l'ischendorf, Anecdota p. 130.  
4) Mabillon, Annales Bened. t. I, ]ib. XV, p. 471 sq.   
5) Ex Catena Graecp. PP. in  joann. in Patrum apost. opp, edd. Gebhardt, 
Harnack, Zahn p. 48. 
        

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