Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621241
Andreas  
Johannes. 
kostbares Bild des Apostels (imaginem auream in gemmis)'), und 
am Ende des achten Jahrhunderts berichtet ein Enkomiast und 
wiederholentlich auch der Mönch Epiphanius von einem wunder- 
thätigen Andreasbilde in Marmor, das, durchaus den ehrwürdigen 
Zügen des Apostels ähnlich, noch zu seinen Lebzeiten verfertigt 
worden sein sollte und sich im Bildersturme des Konstantin 
Kopronymus wundersam erhalten hatte 2). 
Aus dem Namen des Apostels glaubten die Väter auf die 
Persönlichkeit einen Schlufs ziehen zu dürfen. Hieronymus halt 
(t. IV p. 146) seine Meinung zurück. Man schwankte, ob  
151g cizvägsiag, virilis oder decorus zu deuten sei. Damasus ent- 
scheidet sich für das letztere: Decus sacrati nominis Vitamque 
nomine exprimens: Hoc et decorum praedicat  Decorus idem 
mystice3). Dieser Apostel hat somit eine gewisse Bedeutung für 
die künstlerische Phantasie, mehr als die früher genannten. Weit 
mächtigere Spuren aber haben, wie sich auch hier ergibt, die Per- 
sönlichkeiten des Lieblingsjüngers Jesu und der beiden Apostel- 
fürsten in der Kirche zurückgelassen. 
An Jesu Wort über Johannes (Joh. XXI, 22): so ich will, dafs 
er bleibe  hatte sich frühe die Meinung geknüpft: dieser Jünger 
stirbt nicht, und sein Wirken bis in die Zeiten Trajans herab 
leistete dieser Sage Vorschub. Sein Bild als eines Hochbetagten 
hat sich in der Tradition der griechischen Kirche lebendig erhalten. 
Die Erzählungen, die sich auf sein apostolisches Wirken in Klein- 
asien beziehen, beweisen es. Ein Greis war er, als er den Jüngling 
bekehrte 4), der Hochbetagte ruft seiner Gemeinde und der Gemeinde 
aller Zeiten sein: filioli, diligite alterutrum zus). Dahinter tritt 
zunächst die Vorstellung von dem jugendlich raschen Jünger, dem, 
welchen Jesus vom Kreuze als den Sohn der Mutter übergibt, für 
die Phantasie zurück, Schon aus der zweiten Hälfte des zweiten 
Jahrhunderts ist dafür ein Zeugnis vorhanden. Von den gnostischen 
I) Anast. Bibl. in Gregor. III, ä x98. 
2) Lipsius a. a. O. S. 574. 576. Die Stelle aus dem (ungedruckten) Enlu 
576, Anm. 3. 
3) Dan. I, 9. 
4) Clemens Alexandrinus, quis dives salvetur c. 42 (p. 958 sq. Potter). 
5) Hieran. ad Galat. VI, I0. 
miasten
        

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