Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621220
Weberei. 
Stickerei. 
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überraschender Menge und Pracht wurden die Teppiche zum" 
Schmucke aller Teile der Kirche verwendet, wie die Charta Cor- 
nutiana vom Jahre 471 beweist I); Sie waren auch mit ngürlichen 
Darstellungen versehen 2). Adamnanus erzählt von einem solchen 
Gewebe in Jerusalem: in quo linteo duodecim Apostolorum habentur 
intextae et ipsius Domini imago IigurataS). Ebenso war es im 
Abendlancle Brauch 4). Derart gestickte Gewänder wurden auch zu 
nichtkirchlichen Zwecken benutzt. Reiche Frauen trugen sie und 
Asterios von Amaseia beschwert sich bitter über solche Prunk- 
sucht, welche sich einen frommen Schein gab, indem sie Iin die 
Gewänder die bildlichen Darstellungen von den Wundern ]esu ein- 
wirkte, sowie auch den Herrn selbst mit all seinen jüngerns). 
 Die Vorliebe für die Apostelbilder bestätigt ferner Hieronymusß); 
nach ihm ritzte man in die Saucomariae genannten Trinkgefafse 
Bilder der Apostel ein. 
In allen diesen Nachrichten tritt das Interesse an den indivi- 
duellen Persönlichkeiten der Apostel zurück hinter dem an der 
Darstellung des mit Christo gewöhnlich als thronend gedachten 
Apostelkollegiums. Doch war auch jenesvorhanden. Schon die 
eine Notiz von der Wende des sechsten und siebenten Jahrhunderts 
beweist es. Gregor der Grofse schreibt De vitis Patrum c. XII: 
laudat iconicas Apostolorum aliorumque Sanctorum, super quas 
conscriptae erant litterae, eorum nomina indicantes ad usum spec- 
tantium 7). Bereits frühere Jahrzehnte zeigen dies praktische In- 
teresse an der Individualisierung der Apostel. Die Spärlichkeit der 
Nachrichten über die lebendige Vorstellung einzelner Typen und 
ihre künstlerische Darstellung belehrt über die verhältnismäßig ge- 
ringe Ausdehnung dieser Bestrebungen. Das Hauptinteresse ist 
I) Bei Mabillon, De re diplomatica I. VI, p. 462. " 
2) Paulinus in Nat. VI: seu coloratis textum fucata f-Iguris. 
3) De locis sanctis b. Mabillon, Acta. SS. Ord. Bened. saec. III, ps. 2, p. 507. 
4) Anast. Bib]. ad Leonem III,  382: in S. Peter auf goldgesäumtem Ge- 
wande die zwölf Apostel und Maria neben dem Herrn.  
5) Hom. über den Reichen und Lazarus in der Ausgabe der Homilien des 
Asterius v. Ruhen. Antv. 1615, p. 4. Vgl. Das Kleid der Theodora in S. Vitale 
(Garrucci, Storia dell' arte crist. tav. 264). 
6) Adv. Jovin. IV, c. 6 (Frankf. Ausg. t. V, p. 106). 
7) Angezogen von Mabillon, De lit. Gall. Iib. II,  LXIII, "p. 160.
        

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