Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621202
Bart. 
Beliebtheit der Apostelbilder. 
Barba significat fortes, barba significat iuvenes, strenuos, im- 
pigros, alacres. Ideo quando tales describimus, Barbatus homo 
est dicimus. Ergo illud primum tinguentum descendit ad Aposto- 
los I). Ein späteres Jahrhundert denkt sich wieder den gröfsten 
Teil der Apostel kahlköpüge). 
Die Änderungen der Sitte im täglichen Leben der alten 
Christen bestimmen auch NVandelungen in der künstlerischen Dar- 
stellung der heiligen Vorbilder. Die Schriftquellen beweisen die 
weite Verbreitung der Apostelbilder. Es war bereits im vierten 
Jahrhundert christliche Sitte, eine verehrte Person schon bei deren 
Lebzeiten in verschiedenartigster Technik im Bilde darzustellen. 
Chrysostomus in seinem Enkomium auf Meletius erwähnt, dal's die 
Antiochener ihren Bischof auf Fingerringen, Trinkgefäfsen, Schalen, 
auf den Wänden der Zimmer, kurz überall abgebildet hatten3). 
NIit Propheten und Märtyrern, Engeln und Heiligen wurden auch, 
und zwar vorwiegend, Apostel dargestellt. Der Brief an Julian, 
welchen die Väter des zweiten nicänischen Konzils unter Basilius' 
Namen anführen, ist freilich nicht echt4). Seine Angabe, dafs in 
allen Kirchen die Bilder der Apostel, Propheten und Märtyrer ge- 
malt seien, gilt somit noch nicht für die Mitte des vierten Jahr- 
hunderts. Für spätere Zeit aber weisen desto sicherer die auf 
diesem Konzile gesammelten Stellen der Väter den allgemeinen 
Brauch nachs); auch im Abendlande galt dieses laut dem zweiten 
Schreiben Gregors II. an den Kaiser Leo Isaurus: Unsere Kir- 
Augustin bezeichnet als arietes, boves, canes, coeli, columnae, montes, Iapides pre- 
tiosi, luminaria mundi, nubes, throni Dei, pedes Domini, oculi Christi u. s. w. 
1) Vgl. ebenda p. 906: barba non intelligitur nisi in perfectis. 
2) Mabillon, Annales Bened. t. I, lib. XV, p. 471 sq. 
3) Opera Chrysost. ed. Montfatrcon t. II, 519. Ich verzichte auf weitere 
Notizen über Haar- und Barttracht, weil ich hoffe, nächstens über dies bis jetzt noch 
ganz unsichere Kapitel Ausfihrlicheres geben zu können.  
4) Harduin t. IV, p. 88 u. 217. Dieser 360. Brief ist in der Mauriner- 
ausgabe (t. III, p. 462) unter die unechten gesetzt. 
5) Stephanus von Bostra, Über die Bilder der Heiligen b. Harduin a. a. O. 
p. 89. Leontius in der fünften Verteidigungsrede für die Christen, b. Hardllin 
p. 193 sqq. Die ausführlichere Beschreibung eines Bildes an dem Triumphbogen 
einer alexandrinischen Kirche gibt Anfang des VII. Iahrh. Sophronius von Jerusalem, 
ebenda p. 205.
        

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