Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621191
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erhöhten Apostel in weifser Kleidung. 
Die 
darum gelten für sie die Satzungen des Alten 'I'estamentes. Auch 
die Apostel werden somit als in weifses Gewand gehüllt gedacht. 
Dazu thronen sie, die zu den Heiligen versammelten, im reinsten 
Lichte; die Gewänder der Heiligen glänzen nach der Apokalypse 
des Johannes in leuchtendem Weil's, dem Bilde der Reinheit, des 
Triumphes des Lichtes (Apk. XIX, 8 vgl. Mt. XVII, 2; jes. I, I8). 
Auf weifsen Rossen und in weifse Gewänder gekleidet erscheinen 
johannes und Philippus dem Kaiser Theodosiusl). Wie sich diese 
Vorstellung dem Gedächtnisse der folgenden Zeit eingeprägt hat, 
beweist die Bezeichnung der Apostel im Koran als el-hawärijjüna 
d. i. der weifsen (Sure III, 45; V, 112; LXI,  Die von 
Christo des Apostelamtes gewürdigten, die Leiter der ersten 
Kirche, die Lehrer der Christenheit, die standhalten Dulder mufs- 
ten auch in ihrer äufseren Erscheinung das volle Mafs mensch- 
licher Kraft und Würde ausdrücken. Sie sind wdie Blüte der 
Menschemß). Dadurch ist die bildliche Vorstellung einer jeden 
Epoche bestimmt. Das Bild, welches Augustinus z. B. und sein 
Zeitalter entwerfen, spricht sich aus in den W0rten4) des grofsen 
Kirchenvaters : 
1) 'l'heodoret, Hist. eccl. l. V, c. 24. 
2) Man vergleiche Maracci, Refutatio Alcorarli p. H4 zu Sure III, 51 (bei 
Flügel III, 45): quod attinev. ad Apostolos Christi, varia fabulaimtur Mahumetani. 
Ita de illis hoc loco Gelal- hi fuenlnt Electi jesu, primi qui crediderunt in cum: 
erant autem duodecim et vocantur Arabice Havariulma, voce havar, quae siguificat 
albedinem puram et sinceram. Quidam dicunt eos fuisse fullones, seu vestium 
dealbatores. Alii {amen melius existimant ita dictos fuisse eo quod vesubus albis 
uterentunc Öeläl erklärt so nach dem Vorgange Beidhäwis, der c. 685 der He- 
gira lebte. 
3) vFlos hominumc b. Psendo-Tertullian adv. Marc. poäina l. III (Fabricitis, 
Poet. thes. p. 273). 
4) Enarr. in ps. CXXXII; Maurinerausg. t. VI, p. 903 sq. Die Berufung auf 
eine derartige Stelle ist in diesem Falle ohne Gefahr, weil der Schlufs nicht aus der 
allegorischen Deutung des bildlichen Ausdrucks gezogen ist. Die bisherige Methode 
namentlich katholischer Forscher verwendet unbedenklich die subjektiven, willkür- 
lichen Auslegungen der Väter, wie sie besonders in den Psalmen mit ihrer kühnen 
Bildersprache gegeben werden. Le Blants instrnktiver Zusammenstellung der ver- 
schiedenen Deutungen altchristlicher Bilderwerke vermittelst dieser Methode kann man 
eine Übersicht all der bildlichen Ausdrücke hinzufügen, welche bei einem einzigen 
Kirchenvater sich für ein und dieselbe Sache finden. Die Apostel werden z. B. bei
        

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