Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621028
Einheit der Apostelfürsten. 
Fest. 
Sie sind gleichsam ein Doppellicht für die Kirche 1). Darum feierte 
die Kirche ihr Gedächtnis zuerst an ein und demselben Tage, weil 
sie beide an ein em Tage, nach andern aufserdem in demselben Jahre 
das Martyrium erlitten hätten. Wie Prudentius in seinem Gesange 
auf die Passion der Apostel Petrus und Paulus ß), so verlegt" noch das 
Gelasianum beide Feste auf einen Tag. Nach Micrologus hat erst 
Gregor der Grofse aus praktischen Gründen die Feier des An- 
denkens an Paulus auf den folgenden Tag verlegt. Das Fest ist 
im vierten Jahrhundert im Abendlande sicher vorhanden gewesen. 
Der grofse spanische Dichter bezeugt es und mit den ersten Worten 
seines Märtyrerliedes berichtet er zugleich, dafs es mit mehr Be- 
teiligung als andere Feste begangen wurde. Das Leoninische Sacra- 
mentarium erwähnt aufser dem Tage des Apostels Andreas und 
des Evangelisten Johannes nur unser Fest und stattet es schon mit 
einer ansehnlichen Anzahl von Messen aus. Die späteren Sakramen- 
tarien geben noch mehr Messen und fügen Vor- und Nachfeier 
hinzu, damit das Ansehen und die Verbreitung des Festes er- 
weisend3). Die zahlreichen Sermones der Väter für diesen Tag 
sind nicht von geringerem Gewichte 4). 
In der Kirche des Morgenlandes ist das Fest aufser den zwei 
Festtagen für Johannes den Täufer in früher Zeit das einzige, 
welches nicht mit Christus und Maria unmittelbar zusammenhängt. 
I) Leo M., Sermo LXXXII in nat. app. Petri et Pauli, opp. cdd. Ballerinii 
Venet. 1753, t. I, p. 321 sqq. Suppl. ad S. Gregorii libr. sacram. p. 618 Migne 
und: Missale Gothicum b. Mabillon, De liturgia Gallicana t. III, p. 273. In 
apokryphen Akten wandern die Apostel beide gemeinschaftlich und besuchen Johannes 
(History of John, the son of Zcbedee, b. Wright, Apocr. acts of the apostles, 
London 1871. Zu beachten ist auch die Inschrift, welche Sixtus III. der Kirche 
S. Petrus ad vincula gab; trotzdem dafs sie nur Petrus' Namen trug, schreibt er: 
I-Iaec Petri Paulique simul nunc nomine signo, 
Sixtus apostolicae sedis honore fruens. 
Unum quaeso pares unum duo sumite munus. 
Unus honor celebrat quos habet una Hdes. 
(De Rossi im Bullettino 1874). 
2) Peristephanon XII. 
3) Ausser im Gelasian. und Gregorian. in dem Ambrosianischen, in dem 
Gothico-Gallischen und dem Mozarabischen Missale. 
4) Ambrosius (unecht), Leo Magnus, Augustinus, Maximus von Turin, Später 
bes. Gregorius M. u. a.
        

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