Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622488
VOII 
Die 
Kunst 
der 
dargestellten 
Scenen. 
155 
Stellungen widmet. Das Martyritim der treuen Zeugen, für Paulus 
aufserdem noch eine Scene aus seinen Missionserlebnissen, sein Ver- 
kehr mit T hekla und der Vorgang in Malta, aber das letztere erst 
sehr spät, für Petrus die über alles beliebte Verleugnung, die vom 
fünften Jahrhunderte ab in zwei Scenen verbildlicht wird, selten die 
Fufswaschung, und erst seit dem V. jahrh. die Schlüsselverleihung, 
seit dem VI. der Schwertstreich, aufserdem noch seine Befreiung 
aus dem Kerker und seine Wunderthaten und ganz vereinzelt der 
Vorgang mit Ananias und Sapphira und das Wandeln auf dem 
Meere  in der Verbildlichung dieser Vorgänge hat sich die alt- 
christliche Kunst bewegt. Hierzu treten die zahlreichen Bildwerke 
mit den Einzelköpfen der Heiligen. Mit der zunehmenden Heiligen- 
verehrung steigern sich auch bisweilen die Darstellungen : so wenn sie 
als die aufgefafst sind, welche offiziell die sich ihnen empfehlenden 
Christo darstellen. Erst mit dem VII. jahrhunderte wird verein- 
zelt der Schlüssel für Petrus üblich. Paulus trägt regelmafsig das 
Buch 1).  
Neben den beiden grofsen Märtyrern und Lehrern der Christen- 
heit, welche, wie es später heifst, die Dogmen des heilbringenden 
l) In Ferentilla sind auf den Pfosten der aus dem Kloster zur Kirche führen- 
den Thüre die Bilder der Titularheiligen der Kirche, Petrus und Paulus, dargestellt. 
Paulus mit Schwert in der Rechten, Petrus Kreuz in der Linken, Schlüssel in der 
Rechten. Ist die Datirung De Rossis richtig, es sei langobardische Arbeit, und auch 
die Doppelattribute bei Petrus weisen in die Übergangszeit, das VIII. Jahrhundert, 
so hätten wir hier die älteste Darstellung des Schwertes bei Paulus. (Bull. 1875 
p. 159. 160.) 
Der Bildercyklus, wie er uns in einigen dichterischen Beschreibungen vor- 
liegt, weicht von dem durch die Bildwerke gebotenen beträchtlich ab. Aber wir 
haben zu wenig Reste, als dafs diese Differenz befremden könnte. Auiser dem 
wesentlich symbolischen Kreise bei Paulinus von Nola gehören hierher die Dislicha 
S. Ambrosii de diversis rebus quae in Basilica Arnbrosiana scripta sunt (ed. Paris 
1661, t. IV p. 361 sq). Das Neue Testament tritt ganz hinter dem Alten zurück. 
Nur Zachäus" Berufung, die "franstiguration und Johannes beim Abendmahle sind von 
Aposteldarstellungen erwähnt. In der symmetrischen Komposition des Dittochiion 
von Prudentius ist die Rettung des Petrus durch den übers Meer wandelnden Herrn, 
der Blutacker (Judas erhenkt sich), Petri Heilung am Lahmen an der Porta Speciosa, 
das Gesicht Petri von Reinem und Unreinem und die Erwählung des Paulus ge- 
schildert.
        

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