Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622468
Petrus 
Paulus. 
und 
153 
die Kahlköpfigkeit bei Paulus schon hier und da im vierten jahr- 
hunderte beobachten, aber auch hier findet Schwanken statt. Petrus 
hat nicht so hervorstechende Eigentümlichkeiten, wie sein Mitapostel, 
er ist überhaupt der Typus für ehrwürdige Männlichkeit. je länger 
je mehr macht sich das Bestreben geltend, die beiden Köpfe in 
scharfen Gegensatz zu stellen. Daher werden die Merkmale eines 
jeden verschärft. Das wird begünstigt durch die Natur der Mosaik- 
malerei, welche auf geringe Merkmale reduziert und schematische 
Typen somit befördert. Dazu tritt der allgemeine Zug der Zeit, 
die ehrwürdigen Lehrer als die Väter der Gemeinden immer älter 
abzubilden. Für Rom ist diese letzte Entwicklung Ende des V., 
Anfang des VI. Jahrhunderts anzusetzenl), übereinstimmende Typen 
hat Ravenna und mit wenigen Ausnahmen Ostrom. Oberitalien 
fügt einige Modifikationen hinzu. Aber im Wesentlichen vertritt es 
dieselben Typen. Und so sind sie von hier, von Ravenna, von 
Rom aus in das Mittelalter übergeleitet worden. 
Wie bei der typischen Abbildung der bestimmten Köpfe sich 
im grofsen und ganzen Übereinstimmung mit den Schriftquellen 
zeigt, so treffen auch die Bildwerke mit den in Sterbegebeten, 
Hymnen, Predigten niedergelegten Vorstellungen der christlichen 
Gemeinde über die Bedeutung der Apostel durchaus zusammen. 
Sie sind die Begleiter Christi. Walten bei diesen Darstellungen 
oft vorwiegend künstlerische Gründe, so läfst sich doch nicht ver- 
kennen, dafs sie früher bisweilen, später häufig bei den Wunder- 
scenen als die, welche davon zu lehren haben, verkörpert sind. 
Trat in der Sepulkralkunst der Gedanke an das um Christus thro- 
nende Kollegium, zu welchem die Seele versammelt werden soll, 
an die, welche wie Christus gelitten haben und gekrönt werden, 
in den Vordergrund, so spricht in den Mosaiken diese Darstellung 
zu der Gemeinde als die im Auftrage des Herrn fortwährend zu 
der Gemeinde redende Lehr- und Glaubensautorität, öfters verbun- 
den zu einer systematischen Darstellung sämtlicher vom Herrn 
zeugenden Organe. Aber fast gleichzeitig tritt auch schon eine 
Abbreviatur ein: die beiden Apostelfürsten stehen so im Vorder- 
I) 
an sich. 
Der 
Petruskopf in 
Paul 
108, 
die Spuren 
von Überarbeitungen 
Ioix
        

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