Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622453
152 
der 
Die Typen 
Apostel. 
nahme bestimmter Apostel der Bart allen verliehen ist. Wie er 
als Auszeichnung des Amtes gefafst wurde, beweist die sich regel- 
mäfsig wiederholende Auffassung des Judas als eines jugendlichen, 
bartlosen Mannes. Auch der zweifelnde Thomas hat gewöhnlich 
 es giebt zwei Ausnahmen  diesen Typus. jakobus ist indivi- 
duell nur im Codex Rossanensis charakterisiert als der jünger mit 
dem längsten weifsen Haare, und bei Andreas verbürgen einige 
sichere Zeugen für Ravenna und Ostrom im VI. jahrh. in dem 
alten Typus mit der merkwürdigen Haartracht eine eigentümliche 
Charakteristik. Aber auch sie hat sich nicht in ihrer Besonderheit 
erhalten. Denn das Menologium des Basilius stellt ihn dar als mit 
reichlich langem Kopfhaare, starkem spitzen Vollbarte versehen, 
an der Spitze des Greisenalters stehend I). Schwankt die Bildung 
des Matthäuskopfes unsicher hin und her, so läfst sich die Ver- 
schiedenheit des Johannestypus auf bewufste Absicht zurückführen. 
Soweit sich Bilder aus dem Abendlande erhalten haben, sichern Sie 
ihm in beiden Ämtern als Apostel wie als Evangelist für das Abend- 
land den jugendlichen, unbärtigen Typus, und so ist er auch ins 
Mittelalter übergegangen. Läfst sich hierfür gerade ein schlagendes 
Beispiel aus Ravenna anführen 2), so steht doch gerade hier, in S. 
Vitale, neben dem jugendlichen Apostel der greise Evangelist. Der 
alte Typus ist auf Einflufs Ostroms zu setzen, wie der Codex von 
Rossano beweist, nur dafs hier die historischen Darstellungen des. 
Apostels durch das Brustbild des Evangelisten auf dem Titelblatte 
beeintlufst sind. Denn Rabulas" Wiedergabe des Apostels Johannes 
ist wie im Abendlande jugendlich, unbärtig. Die Varianten in S. 
Crisologo und auf einem Ölfläschchen kommen nicht in Betracht: 
diese ist undeutlich, jene wie alle Typen daselbst ganz willkürlich. 
Am lebhaftesten ist die künstlerische Arbeit bei der typischen 
Ausbildung der Apostelfürsten thätig gewesen. Mit Bestimmtheit 
läfst sich sagen, dafs erst Ende des vierten jahrhunderts ein Typus 
für weitere Kreise feststand. Es ist wahrscheinlich, dafs die Denk- 
male, welche in frühester Zeit schon charakteristische Merkmale 
für beide haben, oströmischen Ursprungs sind. In Rom läfst sich 
Urbino 1727 t. 1 p. 
Kathedra Maximiemi. 
22K.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.