Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622440
Lämmer. 
Tauben. 
Fischer. 
151 
von Bildwerken die jünger jesu bärtig dargestellt: aber als Regel 
gilt es, auch für später, man sehe z. B. nach S. Apollinare Nuovo, 
dal's der Apostel als Begleitfigur, weil er hier mehr oder minder 
"zurücktritt, ohne Bart erscheint. Ist er jedoch in derartigen Scenen 
als der Zeuge von Christi Thaten für die Gemeinde ausdrücklich 
charakterisiert, wie namentlich auf den spätravennatischen Arbeiten, 
so hat er auch zufolge des stärkeren Hervortretens seines Amtes 
gewöhnlich die Auszeichnung des Bartes erhalten. Ebenso wie in den 
magistralen Scenen und auf allen Darstellungen mit mehr oder minder 
repräsentativem und zeremoniellem Charakter. Bereits am eigentlichen 
Anfange der altchristlichen Kunsttätigkeit haben die besten Werke eine 
derartige Charakterisierung geschaffen, und indem sie zugleich symme- 
trischen Rücksichten folgten, wenigstens die Hälfte des Kollegiums 
mit dem bärtigen Typus ausgestattet. Lassen die späteren eine 
feinere künstlerische Individualisierung vermissen, so haben sie doch 
beide Rücksichten noch lange festgehalten, bis schliefslich mit Aus- 
hier, wie an anderen deutlicher sprechenden Monumenten (t. 355), eine persönliche 
Deutung verstanden wurde, ist nicht zu leugnen. Aber ein allgemein verständliches 
"Symbol kann ich auch hier nicht finden. Das gilt auch von den geschnittenen Stei- 
nen; Tauben oder Lämmer zu seiten des Kreuzes finden sich hier. Das kompli- 
zierteste Beispiel bietet t. 477, 16 (lllacarius, Hagioglypta S. 222): Das Lamm mit 
Monogramm im Kreise erhöht auf Säule, von welcher Palmenzweige ausgehen. 
Zwölf Edelsteine schmücken die Säule, zwei Lämmer stehen zu Füfsen, über jedem 
Lamme eine Taube. Am Boden sind Stilfen sichtbar;  die Umschrift lautet: 
Januari vivas. Man mag in den zwölf Steinen eine Beziehung auf Apok. XXI und 
damit auf die Apostel finden. Lämmer, wie Tauben sind hier sicher nicht auf sie 
zu beziehen. 
Eine Deutung auf den Menschen fischenden Beruf der Apostel scheint bei den 
beiden angelnden Fischern in S. Callisto nicht ausgeschlossen zu sein (t. 5, 2; 7, 2), 
wie ja auch Klemens von Alexandrien empüehlt: x31: älßsüwvn; i, linodrölov 
yeuwiüerczß. Auch auf einerLampe kommt ein Fischer mit Netz und Fisch vor (Mus. Cor- 
ton. t. 85; Smith, Dict. art. Lamps p. 92), während es bei der Mainzer Arbeit (411, 3) 
nicht geboten erscheint. Auch die Elfenbeinbarke (507, 2; Vatikan): vier Seeleute, 
einer am Vorderteile, einer hinten, der dritte am Maste, der vierte ein Netz aus- 
werfencl, mit Inschrift: EYOEBI ZHZAIZ gehört hierher. Einen andern Gedan- 
ken spricht die Lampe des Severus (t. 469, 1) aus. Hier kann höchstens die am 
Steuer sitzende, kahlköpüge, nicht langbärtige Figur Petrus sein. (Man vgl. aufser 
den bekannteren Stellen über dieses Bild das bei Chrysologus oft wiederholte Gleich- 
nis der Kirche als eines Schiffes; Klementin. Homilien, ed. Lagarde p. 10. Akten 
r-des Andreas und Matthäus in der Stadt der Menschenfresser (Lipsius I, 550).
        

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