Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622405
südfranzösischen 
Zusammenhang mit 
Arbeiten. 
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cianer Kunstwerkes zu dem Westen. Ananias' Verurteilung hat nur 
in Südfrankreich ein Analogon. Es läfst sich vermuten, dafs dort- 
hin, wo die Lebensschicksale der Apostelfürsten mit besonderer 
Vorliebe behandelt werden, auch die beiden Elfenbeintafeln ge- 
höreni), welche die Erweckung der Tabea und Pauli Steinigung 
und Verkehr mit Thekla zum Gegenstande haben. Diese Sujets 
sind, soweit bekannt, den südfranzösischen Künstlern eigentümliche). 
XVährend Petrus, der von einem Begleiter gefolgt ist, im Typus 
sich streng an den südfranzösischen von Arles anlehnt (es ist der 
allgemeine bärtige Typus der Männlichkeit), ist Paulus' Typus hier 
gegenüber den Sarkophagen schärfer ausgeführt, im Gegensatze zu 
Petrus weiter entwickelt: ganz kahler Vorderkopf, sehr langer 
spitzer Bart. Darin berührt sich auch das, ein Jahrhundert spätere, 
Lyoner Diptychon des Mr. Carrand3) mit Brescia. Es schildert in 
seiner unteren Hälfte das Erlebnis des Heidenapostels auf Malta. 
(Act. XXVIII, 2 ff). Paulus schleudert die an seiner Hand han- 
gende Schlange in das zu seinen Füfsen brennende Feuer. Vor 
ihm stehen Männer n1it Gesten des Erstaunens. In der unteren 
Reihe weisen zwei Männer andere, von denen der eine einen Kran- 
ken darstellen soll, auf die Wunderscene. Am Kopfe der Tafel 
sitzt Paulus auf grofser Kathedra, in der Linken die Rolle, die 
Rechte erhoben. Vor ihm und hinter ihm ein bärtiger Apostel, 
jener mit Evangelistenbuch, dieser mit Rolle. 
Eine andere Gruppe von Elfenbeinwerken läfst sich für Mailand 
zusammenstellen. Die Verdener Tafeln 4), dem V. Jahrhundert an- 
gehörig, stimmen mit den Elfenbeindeckeln von Mailand 5), welche 
später sind, überein, und ebenfalls inhaltlich wie formal zeigen vier 
Elfenbeintafeln des Britischen Museumsö), auch sie wieder früher, 
mit diesen letzteren, namentlich mit T. 450, eine grofse Verwandt- 
l) i- 446, 10. 11, Britisches Museum. 
2) S. 0. Die Komposition der Erweckungsscene 
spielen zusammen. 
s) r. 452, s- 
4) t. 447- 
5) 4501 454 11- 455- 
6) 446, 1-4. 
trifft 
mit 
den 
anderen 
Bei-
        

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