Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622383
Oberitalien. 
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sie, weist in die beste Zeit altchristlicher Kunstthätigkeit, höchstens 
Anfang des fünften, wenn nicht Ende des vierten Jahrhunderts, die 
ihr verwandte Statuette Petri mit dem monogrammatierten Kreuzel). 
Es ist ein freundliches, nicht besonders charakteristisches Gesicht 
mit kurzem gewellten Vollbarte, nicht langem gewellten Haare. 
Dafs die Plastik sich die Darstellung zur Aufgabe machte, spricht 
für das hohe Ansehen des Apostels, wie für den lebhaften Drang, 
seine Persönlichkeit zu individualisieren. Wie sie diese Aufgabe 
gelöst hat, dafür kann aber gerade das berühmteste Denkmal nicht 
als Zeugnis herangezogen werden. 
Von der Petrusstatueß), einer antiken Porträt, vielleicht Philo- 
sophenfigur, ist nur der Rumpf alt. Der Kopf zeigt einen Typus, 
wie er erst im späteren Mittelalter wieder aufkam. Er ist wenig 
lebendig in seinem Ausdruck. Halsansatz und Hände sind nicht 
minder steif. Auch die Schlüssel entstammen einer späteren Zeit. 
Nach den erhaltenen Denkmälern mufs die künstlerische Thätig- 
keit in Oberitalien, insbesondere für die Elfenbeinschnitzerei eine 
sehr lebhafte gewesen sein. Verschiedene, nach ihrer Provenienz 
genau bestimmbare Werke, und andere, deren Ursprungsort sich 
aus stilistischer Vergleichung mit diesen ergibt, weisen auf 
tüchtige Lokalschulen in den Hauptstädten, welche schon im 
fünften Jahrhundert blühten, ihre eigentliche Mission aber, die 
klassische Kunstübung in das Mittelalter überzuleiten, in den fol- 
genden Jahrhunderten erst im vollen Umfange zu erfüllen hatten. 
Im allgemeinen ist an diesen Monumenten ein Rückwärtsschauen 
auf die Sarkophagkunst zu bemerken und bei den Aposteldarstel- 
lungen läfst sich vieles hieraus erklären. So sind die Jünger auf 
der Lipsanothek in Bresciaß) auf dem einzigen Relief, wo sie den 
wunderthätigen Herrn begleiten, ganz jugendlich, bartlos dargestellt 4). 
Sie sind hier von ganz untergeordneter Bedeutung. Sind sie um 
den lehrenden Meister versammelt, als die von ihm Belehrten, 
welche seine Worte der Gemeinde lehren sollen, aufgefafstä), so 
Kaisers. 
des deutschen 
I) 407, 3, jetzt im Besitze 
2) Garrucci t. 429, 4_6_ 
3) t. 441 ff. 
4) t- 444. 
441. 
Die Aposteldarstelh
        

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