Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622361
Römische Beispiele. 
Lampen. 
143 
aufgeschlagenem Buche unter einer Archivolte. Um ihn herum ist 
das Apostelkollegium versammelt, die einzelnen in verschiedenen 
Stellungen, die einen mit aufgerollter, die andern mit geschlossener 
Schriftrolle in der Hand. Petrus und Paulus sitzen mit lebhaften Rede- 
gesten zu Füfsen Christi vor dem Throne auf einem Faldistorium. Petrus 
hat in der ruhenden Hand den nach unten dicker werdenden Stab. 
Das Ganze ist wahrhaft künstlerisch komponiert. Die einzelnen Apostel 
sind möglichst individualisiert, aber nur aus künstlerischen Gründen, 
abgestuft vom bejahrten Manne bis zum jugendlichen Typus, welcher 
gerade die Hälfte Vertreter hat. Petrus trägt starkes Haar, mittel- 
starken Bart. Paulus ist kahlköpfig und hat starken Bart. Das 
Werk, aus einer der antiken Kunstweise völlig mächtigen Künstler- 
hand hervorgegangen, kann nicht lange nach Konstantin geschaffen 
sein. Inhaltlich wie technisch sind die uns bekannten Denkmäler 
abendländischer Provenienz, namentlich die römischen, völlig ver- 
schieden; eine Ausprägung der Typen in dieser Weise kennt Rom 
um diese Zeit auch nicht. Der Petruskopf weist von hier weg. 
Stilistische Merkmale, wie die Archivolte, erinnern an oströmische 
Muster. 
In Rom ist das um Christus versammelte Apostelkollegium 
auf einer Marmorvase des vierten Jahrhunderts angebracht I); jetzt 
sind nur vier jünger noch sichtbar. Apostelbüsten zieren auch den 
Rand der Thonlampen, wie auf den Ölfläschchen; in der Mitte ist 
das Monogramm Christi 2) oder der Defunctusß) dargestellt. Es ist 
wenigstens Wahrscheinlich, dafs diese Lampen römischen Ursprun- 
ges sind, trotzdem dafs für die eine Genf der Fundort ist 4). Es 
ist, wie auchauf der Vase, auf eine individuelle Charakterisierung 
der Apostel von vornherein nicht abgesehen. Man hat eine V or- 
lage für alle benutzt. Doch ist für alle der ehrwürdige, langbär- 
tige Typus gewahrt. Zweimal wird aber nach einem individuellen 
Typus gearbeitet. Vielleicht lag dem Fabrikanten ein guter ge- 
schnittener Stein mit dem Kopfe des Apostels Paulus vors). Einer der- 
I) 1- 427, 6, 
2) t. 473, I. 2. 
3) 1- 413. s- 
4) Bullettino 1874. p. 
5) einmal ist (t. 470, 
abgebildet. 
Petrus allein 
1867 p. 25. 
möglicherweise 
1591 Cfl". 
S! ROm)
        

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