Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622340
Bronzeplatten. 
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Ölfläschchen und Bronzeplatten, welche Garrucci im VI. Bande auf tav. 
43 5 zusammengestellt hat. Die individuelle Charakterisierung des Hei- 
denapostels mit dem mächtigen Barte, dem kahlen Vorderkopfe, den 
energischen, kühnen Zügen, die seines Mitapostels mit spärlichem 
Haare des Vorderhauptes und kurzem runden Barte und auch sonst 
mit nicht aufsergewöhnlichen Gesichtszügen, wiederholt sich hier 
stetig, immer in bewufster Gegenüberstellung der beiden verschie- 
denen Typen, bisweilen modifiziert durch die künstlerische Fertig- 
keit. Mir scheint Ostrom darum auch für diese Ölfläschchen, 
welche die beiden Köpfe auf Vorder- und Rückseite verteilt tragen, 
und die Bronzeplatten, welche die Köpfe auf einer Seite einander 
gegenüberstellen, sei es unmittelbar, sei es als Vorbild, die Heimat 
zu sein, Es ergiebt sich das auch aus einenVergleichung einzelner 
dieser Monumente mit andern, welche sicher oströmischen Ursprungs 
sind I). Daraus läfst sich weiter ein Schlufs ziehen auf das Alter 
verschiedener dieser Produkte: die Ölfläschchen t. 435, 2. 3 gehören 
ebenfalls in das VI. Jahrhundert, wenn auch vor die in Monza auf- 
bewahrten. Auf beiden Bildwerken haben die Köpfe Nimbus, auf 
dem ersteren Kreuznimbus, deswegen mag dieses immer etwas 
früher fallen. Von den Bronzetafeln zeigt die zwischen dem V. und 
VI. Jahrhundert stehende t. 435, IO eine Abweichung gegen die 
vorhergehenden, zeichnet aber Paulus doch durch längeren Bart 
und kahlen Vorderkopf aus. Um nicht so viel früher, als es mei- 
stens geschehen ist, kann das berühmte, im Coemeterium der Pris- 
cilla gefundene, nach Boldetti im Coemeterium Callisti wieder ent- 
deckte Bronzeplättchen angesetzt werden (t. 435, 9) a). Es bietet 
die künstlerisch vollendetste Ausprägung der Typen, wenn auch 
nicht in der idealen Ausführung, wie die Reproduktionen bei de 
Rossi und Kraus vermuten lassen. Petrus mit gekräuseltem Haare 
I) t. 455, I ist entschieden oströmische Arbeit; man vergleiche das Ornament, 
insbesondere das Randornament 3, mit dem Ornamente des von Justinus II, dem 
Nachfolger Iustinians, der Kirche St. Peter gestifteten Kreuzes (430, 5). 
2) Boldetti, Osservazioni p. 192. Oft abgebildet, bei Martigny, Dictionnaire 
2 ed. p. 648. Kraus, Roma Sottenanea, S. 338 t. VI. De Rossi im Bullettino 1864 
S. 81 ff. u. t. II. u. s. w. Auch bei Polidori, Sulle immagine dei Santi Pietro e 
Paolo. Von De Rossi, Roma Sotteranea t. III, p. 599 u. a. a. O. spätestens Ende 
des III. Jahrh. angesetzt.
        

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