Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622321
Oströmische 
Kunstwerke. 
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Engeln getragenen Mandorla sitzt, darunter das lebhaft bewegte 
Apostelkollegium um Maria. Mit dem Piingstwunder ist diese 
Scene ähnlich wie in apokryphen Apostelgeschichten einmal ver- 
bunden, indem von dem thronenden Christus die Taube ausgeht I). 
Auch der seinen Iüngern nach der Auferstehung erscheinende Herr, 
Thomas' Finger in seine Seite legend, ist zur Darstellung gekom- 
mene). Aber nicht nur als bei historischen Vorgängen beteiligt, 
auch mehr oder weniger dekorativ sind die Apostel verwendet: 
im Brustbilde erscheinen sie um das Kreuz3), oder mit Christi 
Büste zusammen umschliefsen sie die Auferstehungsscenet), wie 
sonst wol um die Darstellung des Gekreuzigten und des Erhöhten 
oder des mit Maria Thronenden geschrieben steht: Emmanuel, mit 
uns ist Gott. Der Sinn ist nicht mifszuverstehen: hier die höch- 
sten Thaten, in denen Gott Schutz und Heil geschenkt hat, dort 
dazu noch die Zeugen des Gekreuzigten und Auferstandenen, So 
erscheint das ganze Apostelkollegium neben dem Gekreuzigten zum 
Zeugnisse der Messianität auf geschnittenem Steine 5). Im allge- 
meinen sind die Apostel als ehrwürdige ältere Männer mit Bart ge- 
bildet. Eine Individualisierung läfst sich freilich bei der Kleinheit 
der Verhältnisse, bei dem schwerer zu bearbeitenden Materiale nur 
in beschränkter Weise erwarten. Dazu ist die Placierung der ein- 
zelnen nicht immer in gleicher Weise wiederholt 6). Es läfst sich 
aber zunächst nicht verkennen,- dafs auf Abwechslung in den Köpfen 
Gewicht gelegt ist. Kaum läfst sich auf diese lediglich künstlerische 
Rücksicht allein der Andreaskopf zurückführen. Der Apostel mit 
der charakteristischen Haartracht findet sich in derselben Weise 
wie in den ravennatischen Mosaiken, der syrischen Bibel, vielleicht 
auch im Codex von Rossano und einmal in Rom (St. Agatha), auf 
den Fläschchen dreimal, vielleicht auch viermal 7), aber nur in einem 
I) Garrucci t. 434, 3. 
2) 434, 6; Inschrift: Ö zügaö; yov zai Ö .966; you. 
3) 434: 4- 
4) 434. I. 
5) t. 479, I6; Inschrift: EIIZOXPEZTOZÄ 
6) man vgl. z. B. die Stellung Petri tav. 435, I, wozu 
Rabnlas t. 129, 2 heranzuziehen ist. 
7) auf t. 435, I scheint es, als ob er ein Kreuz trage. 
ßuöu, 
die Darstellung 
des
        

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